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Fastnachtsingen
Das Dokument beschreibt das traditionelle Fastnachtssingen in Oerlinghausen. Kinder zogen mit einem „Spett“ von Haus zu Haus und sangen plattdeutsche Lieder, um Speck und Gebäck (Hedewigs) zu erbitten, wobei die Liedtexte symbolisch auf die bäuerliche Schweinemast Bezug nahmen.
Das Kaffeetrinken
Das Dokument beschreibt das Kaffeeverbot für die Landbevölkerung unter Graf Simon August ab 1765. Es berichtet von Denunziantentum, Geldstrafen und Gefängnisaufenthalten für Personen wie Witwe Düning und Grobschmied Hellkamp, die beim Kaffeegenuss oder Besitz von Utensilien ertappt wurden.
Edikte
Das Dokument thematisiert landesherrliche Verbote unter Graf Simon August in Oerlinghausen. Es beschreibt drakonische Strafen und Haussuchungen wegen Kaffeekonsums ab 1765 sowie die strikte Kontrolle des Salzmonopols durch Visitatoren zur Förderung des lippischen Salzwerks in Salzuflen.
Kindtaufen
Der Text behandelt lippische Verordnungen von 1770, die die Gästezahl bei Hochzeiten und Kindtaufen streng limitierten. Verstöße in Oerlinghausen, etwa durch Johann Jost Wittenborn oder August Kramer, wurden mit Geldstrafen geahndet, was zu zeitgenössischem Spott aus Preußen führte.
Jahrmärkte
Der Text dokumentiert die Entwicklung der Jahrmärkte in Oerlinghausen seit 1718. Er beschreibt Standortverlegungen von der Hauptstraße auf den 1896 angelegten Marktplatz, Konflikte mit dem Gottesdienst sowie die wirtschaftliche Bedeutung der Herbstkirmes für heimkehrende Ziegler.
Die Bergstadt war mal Kirmes-Metropole
Der Artikel beschreibt die Geschichte der Oerlinghauser Kirmes, vom kirchlichen Siebenbrüdermarkt bis zur modernen Marktplatz-Kirmes. Er thematisiert die Bedeutung der Ziegler, die Standortverlegungen des Viehmarkts und die lebendige Gaststättenkultur der Bergstadt im Wandel der Jahrhunderte.
Kleiderordung
Das Dokument beschreibt die lippischen Kleiderordnungen, die den sozialen Ständen bestimmte Stoffe vorschrieben. In Oerlinghausen wurden 1658 Personen wie der Einlieger Dorenkamp bestraft, weil sie für ihre Hochzeitskleidung das verbotene, kostspielige „englische Tuch“ statt heimischer Leinenstoffe verwendeten.
Vom Martini-Singen
Der Text beschreibt die Neubelebung des Martins-Brauchtums in Oerlinghausen, Detmold und Lemgo. Statt individueller Bettelei in Geschäften werden nun organisierte Martinszüge mit Spielen und Liedern durchgeführt, wobei in Oerlinghausen Spenden für notleidende Menschen weltweit gesammelt wurden.
Musikanten
Das Dokument beschreibt das historische Musikantenmonopol in Oerlinghausen. Privilegierte Musiker wie Kühne aus Lage oder Festing besaßen Exklusivrechte bei Festen. Verstöße durch die Beauftragung fremder Musikanten bei Hochzeiten oder Schützenfesten wurden konsequent vor dem Gogericht eingeklagt und bestraft.
Zu Neujahr
Der Text beschreibt das traditionelle Neujahrssingen in Oerlinghausen. Kinder ziehen von Haus zu Haus und singen ein plattdeutsches Lied, um Glückwünsche zu überbringen. Als Belohnung erhalten sie Neujahrskrengel, Äpfel und Nüsse, die symbolisch für gute Wünsche stehen.
Neujahrssingen
Das Dokument beschreibt Oerlinghauser Heischebräuche wie das „Klösken-Gehen“ am Niklastag und das ältere Neujahrssingen. Kinder zogen aufgrund verbreiteter Armut singend von Haus zu Haus, um Gaben wie Neujahrskrengel, Äpfel oder Nüsse zu erbitten, was durch einen plattdeutschen Liedtext belegt wird.
Osterfeuer
Der Text beschreibt die jahrhundertealte Tradition des Osterfeuers auf dem Tönsberg. Er thematisiert die historische Materialbeschaffung mittels Eseln, rechtliche Auseinandersetzungen vor dem Gogericht im 17. und 18. Jahrhundert sowie die spätere Pflege des Brauchtums durch Vereine und die Stadt.
Pfingstbäume und Unpflicht
Das Dokument behandelt historische Moralvorstellungen in Oerlinghausen. Es kontrastiert den Brauch des Pfingstbaum-Aufstellens mit der gerichtlichen Verfolgung vorehelicher Unkeuschheit („Unpflicht“). Anhand von Wruge-Registern zwischen 1596 und 1727 werden konkrete Fälle und Bestrafungen durch das Gogericht belegt.
Pfingstbräuche oder vom Vater lernt es der Sohn
Der Text beschreibt schwindende Pfingsttraditionen in Oerlinghausen, wie den „Pfingstbub“, das Anbringen von Birken- oder Tannenzweigen als moralische Symbole und den Umzug des Pfingstochsen. Er plädiert für die Wiederbelebung dieser Bräuche im Kontext der Zeit des Nationalsozialismus.
Sappuipken
Der Text beschreibt das traditionelle Schnitzen von Saftpfeifen („Sappuipken“) aus Weiden- oder Ebereschenholz im Frühjahr. Dabei wird ein spezieller plattdeutscher Kinderreim gesungen und die Rinde durch Klopfen gelockert, um sie vom Holz zu lösen – ein fast vergessener Oerlinghauser Kinderbrauch.
Trauer und Trauerzeit
Das Dokument thematisiert restriktive landesherrliche Trauerverordnungen des 18. Jahrhunderts in Oerlinghausen. Es belegt durch historische Fälle von 1766 und 1769, wie die Dauer und Berechtigung zu trauern – insbesondere bei verstorbenen Kleinkindern – gesetzlich geregelt und Verstöße gerichtlich geahndet wurden.
Altes Brauchtum zur Weihnachtszeit
Der Text beschreibt Oerlinghauser Weihnachts- und Neujahrsbräuche. Er schildert den Besuch maskierter Gestalten („Dämonen“) vor Weihnachten sowie das traditionelle Neujahrssingen der Kinder, die für ihre plattdeutschen Glückwünsche mit Wasserkrengeln, Äpfeln, Nüssen oder Rinderwurst belohnt werden.
Nach der Bescherung war schon alles vorbei
Fritz Soll sen. schildert nostalgisch die schlichten Weihnachtsbräuche seiner Vorfahren in Oerlinghausen. Im Fokus stehen die Vorbereitungen, bescheidene Geschenke wie Blechspielzeug und eine nächtliche Episode um eine defekte Taschenlampe im Jahr 1928, die das Ende der Festlichkeit markierte.
Nach der Bescherung war schon alles vorbei
Der Text beschreibt das Weihnachtsfest einer Familie im Jahr 1928. Nach dem Essen und Baumschmücken brennt die Glühbirne einer geschenkten Taschenlampe durch. Die Mutter besorgt nachts bei Meierjohann Ersatz, doch am nächsten Mittag ist die Batterie bereits leer.
Weihnachten 1928 — Eine kleine Weihnachtsgeschichte
Ein achtjähriger Junge beschreibt das Weihnachtsfest 1928 im Oerlinghauser Landerhaus. Sein sehnlichster Wunsch, eine Taschenlampe zur Erkundung des Kellers, wird erfüllt, nachdem die Mutter nachts noch eine Ersatzbirne besorgt. Nach kurzer Erkundung ist die Batterie jedoch leer.