Sitten und Gebräuche und landesherrliche Edikte

Neujahrssingen

 

Da es viel Armut gab, wurde auch viel gebettelt. Nicht nur das Hochzeitsfest wurde von der Jugend dazu benutzt, sondern auch kirchliche Feste. Der Brauch, am 6. Dezember, dem Niklastage, als "Klösken" verkleidet in die Häuser zu gehen, ist in Oerlinghausen etwa 100 Jahre alt. dagegen ist das Singen am Neujahrsmorgen hier viel älter. Die Kinder ziehen mit ihrer Tasche von Haus zu Haus und singen:

"Preost Nuijohr! Gesundheut! Langet Lieben!

Müt mui'n düden Krenjel gieben.

Lot' ius nich teo lange stohn,

Wui müt nau'n Huisken fouder gohn,

Van huier bet noh Köllen,

Köllen es' n chraude Stadt;

Do chiebet ius olle luie wat.

Giebet ius 'n Appel,

Dann hä wui wat teo knappeln.

Chiebet ius 'n Nott,

Dann hä wui wat in 'n Pott."

Darauf erhielten die Kinder überall einen Neujahrskrengel oder Äpfel und Nüsse.