„Kleine Lösung war möglich - SPD, CDU und FDP lehnten ab“

Investor bot der Stadt Rückkauf des Trauerbuchenareals an

 

Oerlinghausen (höf). Die Simonsplatz-Investoren wären nach Außerkraftsetzung des Bebauungsplans „Stadtkern“ im April 87 bereit gewesen, nur einen Teil des Grundstücks zu bebauen und das Restgrundstück samt Trauerbuche an die Stadt zurückzuverkaufen. Die Ratsfraktionen von CDU, SPD und FDP hätten jedoch auf Erfüllung des mit der Stadt geschlossenen Vertrages bestanden, wonach das gesamte Grundstück mit einem „Wohn- und Geschäftshaus“ bebaut werden mußte. Das erklärte gestern der Bielefelder Rechtsanwalt Wolfgang Sender, einer der Investoren, gegenüber der NW auf Anfrage. Bauamtsleiter Friedel Potthast bestätigte, daß über eine solche Lösung mit der Stadt gesprochen worden sei, die Vertragspartner hätten jedoch niemals konkreten Antrag in dieser Richtung gestellt.

„Wille des Rates“ sei es gewesen, die Buche am Simonsplatz gemäß dem Sanierungskonzept in Gänze zu schließen. Potthast: „Die Stadt wollte die Gesamtlösung.“

Nachdem das Oberverwaltungsgericht Münster den Stadtkern-Bebauungsplan im April 1987 für nichtig erklärt habe, habe er das zum Anlaß genommen, erneut über das Bauprojekt nachzudenken, sagte Sender. Vor allem auch die mittlerweile aufgekommene Initiative für einen Erhalt der Buche hätten ihn bewogen, der Stadt das Angebot zu machen, ganz auf die Bebauung zu verzichten oder nur einen Teil des Projekts zu verwirklichen, so daß die Buche stehenbleiben könnte. „Das ist von den Parteien nicht gewollt worden“, erklärte Sender. Damals hätten sich, so der Investor, die entstandenen Kosten noch in einem vertretbaren Rahmen bewegt. Heute jedoch sei die damals abgelehnte kleine Lösung nicht mehr möglich, wohl aber ein Verzicht auf das gesamte Bauprojekt. „Wenn mir die Stadt, die LEG, das Land oder wer auch immer meine bisherigen Auslagen ersetzt, bin ich bereit, auf jedes Entgelt für eigene Bemühungen, Zeitaufwand und so weiter zu verzichten“, sagte Sender.

Nur hätte diese Möglichkeit für Äußerungen, weil sich die Kosten mittlerweile auf über eine Million Mark beliefen. „Damals“, so Sender, „wäre eine reduzierte Version noch finanziell vertretbar gewesen, jetzt nicht mehr.“

Zwischenzeitlich seien die Bauuntersuchungen erstellt, Bodenuntersuchungen vorgenommen, Verträge geschlossen worden, immer im Hinblick auf eine Bebauung des gesamten Komplexes. „Seit klar war, daß eine kleine Lösung nicht gewünscht wurde, steht fest, daß die Buche gefällt werden muß. Die Aufteilung in einen ersten und zweiten Bauabschnitt wird lediglich vorgenommen, weil eine beantragte Fertigstellung der Pläne für das gesamte Projekt bis zum Ende des Jahres nicht möglich schien. Damit die öffentlichen Mittel, die bis zum Ende des Jahres abgerufen werden müssen, aber nicht verfallen, wird zunächst ein Bauantrag für einen Teil des Projekts gestellt“, erläuterte Sender. „Es wurde ausdrücklich besprochen, daß auf jeden Fall der Antrag für den zweiten Bauabschnitt von außen gestellt wird.“

Sender betonte erneut, er sei bereit gewesen zu bauen, es habe Fraktionen von SPD, CDU und FDP gegeben, die das Projekt ständen. Fraktionen hätten sich dazu eindeutig dafür ausgesprochen. Auch die FDP stand klar auf der Seite der „Dauersägen“, sagte Sender.

Bauamtsleiter Friedel Potthast bestätigte diese Erklärung Sender teilweise. Eine sogenannte kleine Lösung sei zwar „Gegenstand eines Tausches von Meinungen“, Investor und Stadt gewesen. Doch sei nie konkret über eventuelle Modalitäten eines Grundstücks gesprochen worden. Ebenso seien konkrete Anträge in dieser Richtung nicht von der Stadt gestellt worden.

„Beschlußlage des Rates sei gewesen, die „Gesamtlösung“, also Bebauung des gesamten Simonsplatzes, umzusetzen. Ausgangsbasis sei stets der Erhalt der Trauerbuche gewesen. Wenn das Grundstück zurückgegeben würde, ist zu keinem Eigentümerwechsel gekommen. Außerdem habe sich der Punkt mit dem Antrag für den Bauabschnitt von selbst erledigt“ erklärte der Bauamtsleiter[…..].