Aber Monsterbau kommt wahrscheinlich nicht

Breite Mehrheit für Bebauung des Simonsplatzes     

 

Oerlinghausen (Piet). Der Simonsplatz wird bebaut. Darin ließen die großen Fraktionen im Bau- und Planungsausschuß gestern abend keinen Zweifel. Das Großprojekt, für das man inzwischen einen Investor gefunden hat, allerdings ist, wie es FDP-Sprecherin Regina Kettner ausführte, „zu 99 Prozent gescheitert“. Nach den Grünen und der CDU, die sich bereits seit längerem gegen den „Monsterbau“ ausgesprochen hatten, erklärte nun auch die FDP durch ihre Fraktionsvorsitzende: „Der Punkt 6 des Investorenvertrages ist so gravierend, daß wir unsere Zustimmung zu dem Gesamtprojekt nicht geben können.“ […..] würde der Investor durch diesen Punkt, der auch von der Verwaltung sehr kritisch gesehen wird, sowohl das Recht haben, die Größe der Ladenfläche als auch die Branchennutzung festzulegen, ohne daß die Stadt darauf noch Einfluß nehmen können.

Dennoch stimmte die FDP mit der SPD, als es um den Antrag der Grünen ging, der eine Großbebauung ablehnt und die Erhaltung der Trauerbuche als Naturdenkmal vorsieht. Die CDU war zwar auf Seiten der Grünen, relativierte die Entscheidung allerdings später dahingehend, daß auch sie für die Bebauung des Simonsplatzes sei - allerdings „in kleinerem Umfang“.

SPD-Sprecher Hans Brinkmann hatte darauf hingewiesen, daß der Simonsplatzplanung ein städtebaulicher Wettbewerb vorangegangen sei, dem alle Fraktionen im damaligen Rat zugestimmt hätten. „Ich würde es begrüßen, wenn die, die diese Bebauung nicht für sinnvoll halten, sagen, welche Bebauung sie denn überhaupt wollen.“ Das preisgekrönte Modell, so Brinkmann, habe übrigens den Erhalt der Trauerbuche eingeschlossen, aber für diese Lösung habe man keinen Investor gefunden. Ergänzung seines Fraktionskollegen Richter: „36 Interessenten sind abgesprungen.“ Das bestätigte auch Stadtdirektor Fritz Bollhorst: „Den Investoren war eine Fläche von 700 bis 800 Quadratmetern einfach zu gering. Gerne hätten wir eine größere Fläche angeboten, und da ist jemand ernsthaft interessiert.“ Den Grünen warf der SPD-Bauexperte Hans Brinkmann vor, sie müßten nun langsam sagen, ob sie die Hauptstraße weiter dem Verfall preisgeben oder bauliche Alternativen aufzeigen wollten.

[Bild: Einen Strich durch die Rechnung des Investors, der den Simonsplatz nach diesem Modell bebauen möchte, machte gestern abend die FDP-Fraktion. Sie erklärte die Verhandlungen mit dem Investor „zu 99 Prozent für gescheitert“, da der Investor auf der Abmachung beharre, sowohl die Größe als auch die Nutzung der Läden selbst zu bestimmen. Damit zeichnet sich für die Ratssitzung gegen diese Pläne eine ablehnende Mehrheit ab. Im Gegensatz zu den Grünen, die überhaupt keine Bebauung des Simonsplatzes wollen, sind neben der SPD allerdings auch die CDU und die FDP weiterhin für eine Bebauung.                Foto: Burkamp]