Zehn Jahre diskutiert, mal muß Schluß sein

Heinrich Biere im Bauausschuß - Expertenanhörung zum Simonsplatz abgelehnt     

 

Oerlinghausen (höf). Seltene Einigkeit zwischen den verschiedenen Fraktionen. Geschlossen lehnen die Vertreter von SPD, CDU und FDP im Bauausschuß eine Expertenanhörung zur geplanten Bebauung des Simonsplatzes ab. Der Rat hatte den Antrag der Grünen auf eine solche Anhörung in den Bau- und Planungsausschuß überwiesen.

Der Simonsplatz könne nicht so geplant und ausgeführt werden, wie ursprünglich vorgesehen, begründete Dietmar Raupach den Antrag. Deshalb sollten Rat und Bürger die Planungen überdenken, dies sei nur in Zusammenarbeit mit Experten möglich. Da der große Supermarkt kein Interesse mehr an dem Projekt habe, könne man von einer Magnetfunktion des Platzes wohl nicht mehr ausgehen. „Wir müssen ganz neu diskutieren“, meinte er.

„Bei aller Liebe, wir haben zehn Jahre über den Simonsplatz diskutiert“, setzte Heinrich Biere (CDU) dagegen. „Einmal muß Schluß sein.“ Und konterte dann dem Einwand nicht verkleidet: „Sie haben bei Veröffentlichungen in der Presse schon einmal von Experten gesprochen, wenn das wieder solche Experten sein sollen...“ Diese Anspielung auf ein gefälschtes  „Expertengutachten“ über eine mögliche Versetzung der Trauerbuche am Simonsplatz, für das der Grünen-Kommunalpolitiker Karl Rustige und andere im Sommer dieses Jahres verantwortlich zeichneten, wollte Raupach nicht auf sich sitzen lassen. Seine bisherige Tätigkeit als grüner Politiker und im Ausschuß gebe ja wohl zu derartigen Zweifeln keinen Anlaß, erklärte er.

Sachlicher als sein Fraktionskollege argumentierte Ausschußvorsitzender Günter Weise (CDU): „Wir sollten erst einmal abwarten, was das Büro, das derzeit an dem Projekt arbeitet, vorlegt und ändert“, meinte er. Dieser Ansicht war auch SPD-Vertreter Wonne. Es bestehe derzeit kein Handlungsbedarf. Das Planungsbüro arbeite an der Sache, deshalb sehe seine Fraktion den Antrag zum jetzigen Zeitpunkt als „überflüssig“ an. „Wir haben Bauplanungsunterlagen zur Genüge gehabt“, so auch Manfred Sussiek (FDP). Womit der Antrag der Grünen einstimmig „abgeschmettert“ war.

[Bild: ZUR ORTSBESICHTIGUNG trafen sich Mitglieder des Bau- und Planungsausschusses und der Verwaltung in der Blumenstraße in Helpup. Sie besichtigten ein namenloses Gewässer, das von dort zum Siekbach führt. Eine anliegende Wiesenfläche von 3.700 Quadratmetern ist häufig überschwemmt. Die Eigentümerin möchte sie entweder trockenlegen oder an die Stadt veräußern. Nun überzeugten sich die Ausschußmitglieder davon, daß dieses muldenförmige Gelände, das noch mit Erdwällen geschützt werden soll, sehr gut als Rückhalteraum für Oberflächenwasser geeignet ist. Eine derartige Sammelmaßnahme könnte auch Einfluß auf den Siekbachausbau haben. Der Bauausschuß sprach sich einstimmig für einen Ankauf aus.            Foto: Höfling]