Grüne wollen Unterschriften gegen Simonsplatzbebauung sammeln
Massive Kritik am geplanten Millionenprojekt - Am Samstagvormittag zwei Informationsstände in der Innenstadt
Oerlinghausen (Piet). Die Grünen in Oerlinghausen wollen die geplante Stadterneuerung am Simonsplatz nicht tatenlos hinnehmen. Während einer Gesprächsrunde in den „Altdeutschen Bierstuben“ übte die Partei am Montagabend massive Kritik an dem Millionenprojekt, das an dieser Stelle neben Spezialgeschäften, Praxen und Wohnungen unter anderem auch einen 1.200 Quadratmeter großen Supermarkt vorsieht. Ihren Unmut über das Bauvorhaben drücken die Grünen in einem „Bürgerantrag“ aus, der am Samstagvormittag an zwei Informationsständen (am Amtsgarten und auf dem Simonsplatz selbst) zur Unterschrift ausgelegt werden soll.
Die Kritik konzentriert sich auf drei Punkte. Der erste ist grundsätzlicher Natur: Die Grünen sprechen sich generell gegen eine Bebauung auf dem Simonsplatz aus. Ihrer Meinung nach sollte der Platz statt dessen „vernünftig gestaltet“ werden. Besondere Beachtung schenken sie in diesem Zusammenhang der Trauerbuche, die bekanntlich fallen müßte, wenn nach den vorliegenden Plänen gebaut würde (die NW berichtete). Die Grünen sind da ganz anderer Meinung: „Der Baum muß erhalten bleiben, dafür kann man keinen Ausgleich schaffen“, betonte Ratsherr Dietmar Raupach während des Bürgergesprächs. Der dritte Kritikpunkt bezieht sich auf den geplanten Supermarkt. Ähnlich wie die Kaufleute halten auch die Grünen ein Geschäftszentrum am Simonsplatz für falsch. Eine Zentralisierung dürfe es nicht geben, hieß es. Die Grünen plädieren statt dessen für eine dezentrale Versorgung der Oerlinghauser Bevölkerung.
Zur Erinnerung: Was ist auf dem Simonsplatz geplant? Der derzeitige Planungsstand der Verwaltung sieht vor, daß zwei Geschosse des Gebäudetraktes unter der Erde liegen. In dem einen soll eine Parkgarage mit 36 Einstellplätzen, in dem anderen besagten Supermarkt untergebracht werden. Über der Erde sind drei Geschosse vorgesehen. Im ersten können sowohl Geschäfte, als auch Wohnungen eingerichtet werden. Das zweite bleibt Praxen und Wohnungen vorbehalten. Im Dachgeschoß sollen ausschließlich Wohnungen installiert werden.
Die Kosten für diesen Teilbebauungsplan werden zur Zeit mit rund 2,8 Millionen Mark veranschlagt, allein 2,4 Millionen Mark für Erschließungsmaßnahmen (Straßenbau 1,7 Millionen Mark, Kanalisation 478.000 Mark, Park- und Stellplätze 100.000 Mark, Straßenbeleuchtung 150.000 Mark).
Obwohl ihre Kritik an der geplanten Simonsplatzbebauung in einigen Punkten mit der der Oerlinghauser Kaufleute übereinzustimmen scheint, ließen die Grünen noch offen, ob ein gemeinsames Vorgehen möglich und sinnvoll ist. Laut Raupach sind sich die Grünen beispielsweise noch nicht darüber im klaren, ob sie das von der Werbegemeinschaft beantragte Bürgerbegehren unterstützen sollen.
[Bild: Diese Trauerbuche würde fallen, wenn der Simonsplatz nach den vorliegenden Plänen bebaut würde. Foto: Archiv (Burkamp)]