CDU wünscht keine „so starke Verdichtung am
Simonsplatz“
Zwei
Stunden lang über Anregungen zum Stadtkern diskutiert - Stadt will für
Kabelverlegungen nicht mehr als 38 000 Mark zahlen
Oerlinghausen (Piet). Der
Wunsch der CDU, am Simonsplatz nicht so stark zu verdichten, wurde bei der
Beratung des Bebauungsplanes Stadtkern (Unter der Howe/Gehrenberg) mit den acht
Stimmen von SPD und FDP abgelehnt. Einen Verbündeten fand die CDU lediglich in
dem Grünen-Abgeordneten Dietmar Raupach. Fast zwei Stunden lang hatte sich der
Bau- und Planungsausschuss am Mittwochabend nahezu ausschließlich mit
Anregungen und Bedenken allein zu diesem Teilbebauungsplan beschäftigt. Die
Kosten für diesen Bereich wurden mit rund 2,8 Millionen Mark veranschlagt, von
denen allein 2,4 Millionen Mark für Erschließungsmaßnahmen (Straßenbau: 1,7
Millionen DM, Kanalisation 470.000 DM, Park- und Stellplätze 100.000 DM,
Straßenbeleuchtung 180.000 DM) eingesetzt werden sind. Für den Grundstückserwerb
sieht die Finanzplanung 150.000 Mark vor, an Gebäudeentschädigung 11.000 Mark
und für „öffentliche Gebäude und Gemeinschaftsanlagen“ eine
Viertelmillion. Nach zahlreichen Einzelabstimmungen wurde schließlich die
Entscheidung getroffen, den gesamten Plan als Entwurf für einen Monat
öffentlich auszulegen. Im einzelnen wurden folgende Detailbeschlüsse gefaßt:
- Bedenken des Staatlichen
Amtes für Wasser- und Abfallwirtschaft wurden zurückgewiesen, weil
Oerlinghausen 1988 mit dem Bau der Kläranlage Nord und dem erforderlichen
Regenrückhaltebecken beginnen will.
- Das Teilstück Pfarrstraße,
von der Wehme bis zur L 751, soll als Fußweg ausgewiesen werden, damit ein
Befahren von der Holter Straße zur Pfarrstraße und umgekehrt nicht möglich
ist. Diesem Vorschlag des Landesstraßenbauamtes wurde entsprochen.
- 38.000 Mark und nicht 280.000
Mark, wie zunächst vorgesehen, muß die Stadt dem Fernmeldeamt 1 in
Bielefeld erstatten, weil im Bereich der Pfarrstraße A im Gebiet
Gehrenberg und im Knotenpunkt Pfarrstraße, Pfarrstraße A Leitungen
umgelegt werden müssen. Forderungen, die über diesen Betrag hinausgehen,
wurden vom Ausschuß nachdrücklich zurückgewiesen. Baudirektor Friedel Pollhast
machte deutlich, daß erst nach ausführlichen Gesprächen mit dem
Fernmeldeamt ausgehandelt worden seien.
- Die Trafostation an der
Howe muß, nachdem eine weitere Bauzeile gesetzt werden soll, verlegt werden.
Sie befinde sich jetzt ohnehin am Rande des Versorgungszentrums, erklärte
die Verwaltung.
- Ein bereits 1981
genehmigter Hubschraubersonderlandeplatz der Firma Hanning kann nur
zugestanden werden, wenn von diesem nicht mehr Immissionen ausgehen, als
in einem reinen Wohngebiet zulässig sind. Darauf machte die Verwaltung bei
der Beratung dieses Bebauungsplanes noch einmal aufmerksam. Die
Luftaufsicht habe jedoch bestätigt, daß die vom Segelflugplatz und vom
Hubschraubersonderlandeplatz hervorgerufene Lärmbelastung unterhalb der
Richtwerte liege.
- Die Trauerbuche auf dem
brachliegenden Gelände am Gehrenberg kann, so stellt die Verwaltung fest,
„bedauerlicherweise nicht als erhaltenswert festgeschrieben werden“.
Der Baum müsse der beabsichtigten Nutzung weichen. Die Planlücke am Haus
Pfarrstraße 5 sei allerdings als schützenswert einzustufen.
- Ein uniformes Bild will der
Rat der Stadt im neuen Bebauungsplan bei den Dächern vermeiden. Im
Gegenteil man wünscht sogar mehr Farbe. Allerdings soll bei
Erweiterungsbauten nur die Dachfarbe zugelassen werden, die auch das
Hauptgebäude hat.
- Zwei Bürgeranregungen im
Bereich der Howe entsprach der Bau- und Planungsausschuß mehrheitlich.
Weitere konstruktive Vorschläge seien im Rahmen der Bürgeranhörung nicht
gemacht worden, erklärte die Verwaltung.
- Gebilligt wurde auch der
Vorschlag der Grünen, die Wegverbindung des Hermannsweges zwischen
Hauptstraße und Pfarrhaus als Fußweg auszuweisen.