Über 50 Bäume sollen Naturdenkmäler werden
Kreis Lippe entscheidet über Vorschlagsliste
Oerlinghausen (tom). Über 50 Bäume im Stadtbereich sollen nach Vorstellungen des Oerlinghauser Umweltausschusses als Naturdenkmäler unter Schutz gestellt werden. Die Ausschusspolitiker billigten in der Sitzung am Mittwochabend - mit einigen geringfügigen Änderungen - einstimmig eine von der Verwaltung erarbeitete, 40 Positionen umfassende Vorschlagsliste, die jetzt dem Kreis Lippe zugeleitet wird.
Dort fällt die Entscheidung, welche der vorgeschlagenen Naturdenkmäler, darunter neben mehreren Baumgruppen und -alleen auch der Weberpark, als schützenswert anerkannt werden. Wenn die Kreisverwaltung die endgültige Fassung der Liste fertiggestellt hat, sollen auf Anregung der CDU-Fraktion die Besitzer von Bäumen, deren Unterschutzstellung geplant ist, von der Stadtverwaltung nach der Entscheidung schriftlich informiert werden, damit sie ihr Einspruchsrecht wahrnehmen können.
Für „zu umfangreich“ hielt Friedrich-Wilhelm Henke (CDU) die von der Verwaltung vorgelegte Zusammenstellung. Er könne sich nicht vorstellen, dass so viele Bäume den Kriterien entsprächen. Thomas Reimeyer (Grüne) warnte davor, Zahlen zum Kriterium für die Unterschutzstellung zu machen. Auch Bruno-Heinz Weber (SPD) plädierte dafür, unabhängig von der Anzahl „alle Bäume, die wir für wichtig halten, auch unter Schutz zu stellen“. Weber zeigte sich überrascht darüber, dass die Entscheidung darüber letztlich beim Kreis liege: „Damals wurde auf eine Baumschutzsatzung verzichtet mit der Begründung, wir machen das über die Unterschutzstellung. Jetzt hören wir, dass uns der Kreis auch einen Riegel vorschieben kann.“ Die Umweltbeauftragte der Stadt, Barbara Terres, wies darauf hin, dass ihres Wissens einige Städte über 100 Bäume als Naturdenkmäler unter Schutz gestellt hätten.
Der Vertreter der Grünen, Reimeyer, äußerte seine Missbilligung darüber, dass die Trauerbuche, die der Bebauung des Simonsplatzes zum Opfer fallen soll, nicht auf der Vorschlagsliste auftauche. Er verzichtete jedoch darauf, einen entsprechenden Antrag zu stellen. Ausschussvorsitzender Güll in Anspielung auf die sonst gewohnte Praxis der Grünen, auch Anträge ohne jede Aussicht auf Erfolg zu stellen: „Das wundert mich etwas. Ich hätte fest mit einem Antrag gerechnet.“