Antrag auf Ausdehnung der Schürfrechte auf das gesamte Landesgebiet
Abschrift !
Rekord-Cement-Industrie G. m. b. H. Oerlinghausen.
------ Direktion.
Berlin NW.40, den 1. Juni 1915.
Hindersinstr. 8.
Wir bestätigen sehr ergebenst den Empfang des unter dem 19. v. Mts. [vorigen Monats] ausgestellten Schürfscheines und haben unsere Kasse angewiesen, an die Regierungskasse in Detmold den Betrag von
M 82,45
portofrei abzuführen.
Gleichzeitig bestätigen wir die Unterredung vom Freitag mit Herrn Geheimen Regierungsrat Heldmann. Wir möchten gerne in unserem Werk in Oerlinghausen die Ausbeute und Bearbeitung des bituminösen Schiefers in Ihrem Lande auf eine breitere Grundlage stellen. Da sich herausgestellt hat, daß noch vereinzelt kleinere Vorkommen von bituminösem Schiefer im Lippischen Lande vorhanden sind, abgesehen von dem Hauptvorkommen auf unserem Gelände, bzw. unserem und der Landbank Mutungs- und Schürfbezirk, so möchten wir hiermit die ergebene Bitte an die Fürstlich Lippische Regierung richten, das Schürfrecht auf bituminösen Schiefer auch auf das übrige Lippe-Detmold, so weit es in dem der Landbank gehörenden Mutungsrecht noch und im Schürfschein an uns vom 19. Mai 1915 nicht enthalten ist, auszudehnen.
Wir beantragen demnach hierdurch ganz ergebenst die Ausstellung eines Schürfscheines für die gedachten Bezirke.
Mit dem Ausdrucke vorzüglicher Hochachtung und Ergebenheit
Rekord-Cement-Industrie G.m.b.H. gez. (Name)
An die Fürstlich Lippische Regierung in Detmold.
Zusammenfassende Inhaltsangabe
In diesem Schreiben vom 1. Juni 1915 bestätigt die Rekord-Cement-Industrie zunächst den Erhalt des Schürfscheins vom 19. Mai und die Zahlung der Gebühren in Höhe von 82,45 Mark.
Gleichzeitig geht das Unternehmen jedoch in die Offensive: Basierend auf einer persönlichen Unterredung mit Regierungsrat Heldmann beantragt die Direktion, das Schürfrecht auf das gesamte Gebiet des Fürstentums Lippe-Detmold auszudehnen. Als Begründung wird angeführt, dass man die Schieferverarbeitung in Oerlinghausen auf eine „breitere Grundlage“ stellen wolle und Hinweise auf weitere Vorkommen außerhalb der bisherigen Bezirke vorlägen. Das Unternehmen strebt damit faktisch ein Monopol auf die Ölschiefergewinnung im gesamten Land Lippe an, um sich auch kleinere, verstreute Lagerstätten zu sichern.
Archivarische Anmerkungen: