Behördeninterne Abstimmung mit dem Bergsachverständigen
[Linker Randvermerk:] Anlg.: V.25.X.13. [Verordnung vom 25. Oktober 1913]
Frage kommende Schürfaußerbezirke Erteilung der Reg. [Regierung] nunmehr sachständig über dort vorkommende Fossilien die Formen Ausbeutung erteilen und unter die Erwartung der Brennstoffe bezw. wie aus dem Vorläufigen hervor- gehen an die Gesuchstellerin abträglich ist, zwar dort nicht ablehnen, aber Reg. [Regierung] nicht nach der Bergordnung, sondern einfach Hand eines besonderen Vertrages gestatten, da erheblich günstigere Bedingungen für die Staatskasse figh. [figurierten]. Die Reg. [Regierung] würde es dankbar begrüßen, wenn Er. Hochw. [Euer Hochwohlgeboren] ihr die zu erteilende Antwort an die Gesuchstellerin im Wortlaut vorlegen wollten. Die Beteiligten aus der Verordnung der ged. [gedachten] Art brauchen dann natürlich noch nicht aufgenommen zu werden.
[Handzeichen / Kürzel] f.d.R. [für die Richtigkeit] 24/4
Eingeklebter Beleg:
No 6767 No 090 Posteinlieferungsschein
Gegenstand: Brief / Paket 62
Empfänger: Geh. Oberbergrat Kalthöner
Bestimmungsort: Dortmund
Gewicht: 1,2 kg
Postvermerk: Detmold, 23. April 1915 Postannahme DETMOLD [Tagesstempel: 23. 4. 15. 5-6N]
Zusammenfassende Inhaltsangabe
Dieses Dokument dokumentiert den entscheidenden behördlichen Schritt zur Prüfung des Antrags der Rekord-Cement-Industrie. Die lippische Regierung in Detmold leitet die Akten (immerhin ein Paket von 1,2 kg Gewicht) an den Geheimen Oberbergrat Kalthöner in Dortmund weiter.
Aus dem Text geht hervor, dass die Regierung die Genehmigung zwar nicht ablehnen will, aber eine strategische Änderung anstrebt: Statt einer einfachen Verleihung nach allgemeiner Bergordnung favorisiert sie den Abschluss eines besonderen Vertrages, da dies für die Staatskasse finanziell vorteilhafter ("erheblich günstigere Bedingungen") sei. Der Sachverständige Kalthöner wird gebeten, einen entsprechenden Antwortentwurf an die Firma zu formulieren, der diese vertragliche Bindung berücksichtigt. Damit wird deutlich, dass die Verzögerung auch fiskalische Gründe hatte, um die Einnahmen des Staates aus der Rohstoffgewinnung zu optimieren.
Archivarische Anmerkungen: