Von alten Steinhügelgräbern

Rektor Diekmann sprach über geschichtliche Funde

 

Einen interessanten heimatgeschichtlichen Vortrag hielt Rektor a. D. Diekmann aus Oerlinghausen vor einer Versammlung des „Sozialen Hilfswerks für Zivilinternierte“ im Haus des Handwerks. Der Redner wies auf die umfangreiche geschichtliche Forschung hin, die sich mit der griechischen und römischen Welt befasse, der aber nur eine dürftig betriebene und wenig erfolgreiche Erforschung der germanischen Welt gegenüberstehe. Bewußt werde auch die Mär herumgetragen, vom Sein und Wirken unserer germanischen Vorväter berge die Heimatscholle nichts mehr in ihrem Schoße.

Wie sehr anders jedoch die Wirklichkeit aussieht, das zeigte Rektor Diekmann an zahlreichen Lichtbildern. Nicht nur bereits offengelegte Gräber sind zahlreich in unserer engeren Heimat zu finden. In Überfülle vermochte der Forscher auch nichtgeöffnete und noch unerschlossene Siedlungen im Bilde nachzuweisen. So ist es ihm gelungen, die Reste einer großen Wehrburg der Cherusker auf einem Berg des Teutoburger Waldes aufzufinden. Zahllos sind die Sandhügelgräber im Lande der Brukterer, die südlich des Gebirgszuges wohnten. Sie alle und die Steinhügelgräber im Lande der Cherusker, die nördlich des Osnings wohnten, sind sorgfältig von ihm auf einer Karte eingezeichnet worden.

Starke Beachtung fanden die Bilder von den Nachbauten cheruskischer Gehöfte, die auf alten Grundmauern in einem Tal bei Oerlinghausen standen und leider abgetragen wurden. So stehen sich die beiden Tatsachen gegenüber, daß heutige Bewohner des Landes der Cherusker Erinnerungen wie Häuser und Schmelztiegel schleiften, während das Britische Museum kleine Graburnen aus dem Teutoburger Wald sorgsam hütet.

Interessant waren die Vermutungen über den Ort der Hermannsschlacht, den Diekmann, gestützt auf viele Hinweise, in die Knetterheide verlegt, wo die einleitenden Gefechte stattfanden. Die völlige Vernichtung der Römer gelang danach in den Tälern in der Nähe Detmolds. Ernst von Bandel hatte also recht, wenn er sein Denkmal auf die Grotenburg stellte.

Dem Vortragenden wurde für seine vielseitigen Ausführungen lebhafter Beifall gespendet.