Zentrales Thema: Bildung der Großgemeinde
Stadtdirektor Witt ist für die Einbeziehung der nördlichen Gemeinden - Ausblick auf 1968
Oerlinghausen. Die Bildung der Großgemeinde Oerlinghausen ist das zentrale Thema, das Rat und Verwaltung in diesem Jahr beschäftigen wird. Da die Finanzierungsschwierigkeiten für die städtische Entlastungsstraße mittlerweile beseitigt werden konnten, dürfte mit dem Bau der Straße jetzt begonnen werden. Weitere wesentliche Punkte, mit denen sich der Rat 1968 befassen muß: Bau eines Rathauses und weiterer Wohnsiedlungen in der Südstadt. Über diese und andere Themen unterhielt sich unser Mitarbeiter mit Stadtdirektor Witt.
Da ist zunächst das Problem der Großgemeindebildung. Die Neuformung des Kreises Unna ist soeben vom Landtag zum Gesetz erhoben; der Kreis Lemgo wird in Kürze das Plenum beschäftigen. Die Entscheidung wird nach Auffassung des Stadtdirektors noch in diesem Jahre fallen. Für Oerlinghausen wünscht er sich, daß die beschlossene weitreichende Alternativlösung (mit Einbeziehung der nördlich liegenden Gemeinden) angenommen wird. Die Entscheidung bleibt abzuwarten. Es kann aber schon jetzt gesagt werden, daß die neue Großgemeinde Oerlinghausen ihre Aufgabe auch als kultureller Mittelpunkt (mit vollausgebautem Gymnasium und dreizügiger Hauptschule) ohne eine entsprechende Einwohnerzahl, Fläche und Wirtschaftskraft kaum erfüllen könnte.
Ein erfreulicher Aspekt tut sich auf in bezug auf die innere Entlastungsstraße: Die Finanzierungsschwierigkeiten, die sich in letzter Zeit drohend abzeichneten, konnten von der Verwaltung beseitigt werden. Damit ist für 1968 grünes Licht gegeben. Wo begonnen wird, das hängt noch von den letzten Grunderwerbsverhandlungen ab, aber es ist unumstößlich: 1968 wird angefangen!
Weitere Straßenbauvorhaben: Die Finanzierung des Stukenbrocker Weges ist gesichert; der Ausbau des Wehrenteichs ist in das Straßenbauprogramm für 1968 aufgenommen.
Auch in der Beseitigung der Schulraumnot bahnt sich mit Hilfe des Landes eine Lösung an, und zwar eine wirklich befriedigende, nämlich durch den Neubau eines Gymnasialgebäudes auf stadteigenem Gelände. Wenn die Dinge so laufen, wie sie sich zur Zeit abzeichnen, dann würde das Jahr 1968 mit Planung und den Finanzierungsverhandlungen ausgefüllt sein, so daß 1969 mit dem Bau begonnen werden könnte. Dann würde auch die Hauptschule durch die Inanspruchnahme des derzeitigen Gymnasialgebäudes genügend Bewegungsfreiheit für alle Grund- und Hauptschüler bekommen.
Nach Bildung einer Großgemeinde wird auch der Bau eines neuen Rathauses erforderlich. Als dessen Standort ist bekanntlich der Marktplatz festgelegt. Die Oberflächenbefestigung des Marktplatzplatzes (wir berichteten kürzlich von der Notwendigkeit) muß im Zusammenhang mit dem Standort des neuen Rathauses gesehen werden. Über seine Planung wird man sich also 1968 Gedanken machen müssen. Und da das Land erhebliche Mittel für die Durchführung der Gebietsreform zur Verfügung stellt, ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, mit Hilfe des Landes dem Projekt Rathausneubau näherzutreten. Unabhängig davon wird die Fläche, auf welcher der Wochenmarkt abgehalten wird, in Kürze so befestigt werden, daß er auch den hygienischen Anforderungen für den Verkauf von Lebensmitteln entspricht.
In der Südstadt geht es weiter voran. Das große Ladenzentrum wird 1968 im ersten Bauabschnitt fertiggestellt werden; es steht zu hoffen, daß auch die Heimbau Bremen mit ihrem Vorhaben (108 Reihen-Eigenheime in Anlehnung an die NATO-Siedlung) noch in diesem Jahre beginnen kann. Außerdem müßte der Bau von 250 Miet- bzw. Eigentumswohnungen auf städtischem Gelände (W8) in Angriff genommen werden. Voraussetzung dafür ist allerdings, daß die entsprechenden Landesmittel im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus zur Verfügung gestellt werden können.
Weiterhin wird im sogenannten Kulturzentrum eine englische Schule errichtet werden. Auch einige weitere Kinderspielplätze werden in der Südstadt eingerichtet. Wegen eines Kindergartens sind die Besprechungen mit den Kirchen noch nicht abgeschlossen; ein Beschluß über die Trägerschaft müßte bald herbeigeführt werden.
Bei dem Kindergarten auf dem Röden ist die Planung abgeschlossen; mit dem Bau soll sofort begonnen werden, wenn der Zuschuß aus den Mitteln des Landschaftsverbandes zugesagt wird. Der bisherige Kindergarten (Auf der Helle) wird durch den Einbau einer Ölheizung modernisiert.
Im übrigen wünscht Stadtdirektor Otto Witt sich für 1968 recht schöne heiße Sommertage und entsprechend viele Besucher im neuen Freibad, damit aus den Einnahmen eine Verlängerung der Badezeit durch eine Kunststoffüberdachung des Hauptbeckens Wirklichkeit werden kann.
[Bild: Stadtdirektor Witt hofft auf einen heißen Sommer]