Bei Endres beginnt die Zukunft früher
Heimisches Bekleidungsunternehmen geht neue Wege der Modeorientierung
Lipperreihe (NO). „Das Geheimnis der modischen Zukunft ist das, daß es keine Geheimnisse mehr gibt.“ Unter dieses Motto hat Ernst Endres, der Geschäftsführer und Inhaber der in Lipperreihe ansässigen Kleiderfabrik Endres, die Zukunft seines inzwischen äußerst renommierten Werkes gestellt. Damit bricht er ohne Zweifel ein Tabu der Couture. Das allenthalben so streng gehütete „Dunkelkammerdasein“ kommender Modeentwicklung hat zumindest in Lipperreihe zu existieren aufgehört: die Firma Endres stellt die Kollektion der Wintersaison 1967/68 in neu errichteten Schauräumen mit zwei Schaufenstern in ihrem Werk in Lipperreihe vor aller Öffentlichkeit bereits heute aus.
Diesen mutigen Schritt begründete Ernst Endres anläßlich der Eröffnung der Demonstrationsräume in Lipperreihe vor der Presse mit dem durchaus einleuchtenden Hinweis, daß jede Frau ein Interesse daran habe, einen Blick in die modische Zukunft zu werfen, und zwar zu einem Zeitpunkt, da die neuen Modelle noch gar nicht im Vertrieb oder gar im Handel seien.
Sozusagen als Nebenzweck beabsichtigt die Firma, in diesen Demonstrationsräumen auch ein bestimmtes Sortiment an Gütern aus Gründen der Lagerbereinigung zum freien Verkauf zu stellen. Ausgenommen davon sind natürlich die aktuellen Kollektionen.
Nach seinen eigenen Worten hat der rührige Firmeninhaber stets nach der Devise gehandelt „der Wettbewerb der Zukunft wird ein Wettbewerb der Ideen sein“. Modischer Spürsinn und wirtschaftliche Fertigungsmethoden, so meinte er, seien das Prinzip seines Erfolges. So z. B. seien die letzten Jahre dazu benutzt worden, durch Anschaffung neuer Maschinen und modernster Förderanlagen den Betrieb durch und durch nach optimalen Gesichtspunkten zu rationalisieren. Man bevorzugt aus diesen Gründen in der Produktion der Kleider das sogenannte „Bündelsystem“, d. h. einheitliche Grundformen, die jeweils durch Zutaten und Sonderausstattungen variiert werden können.
Das Unternehmen, das demnächst sein 25-jähriges Jubiläum feiert und als reiner Familienbetrieb geführt wird, hat in der Tat den Erfolg quasi in Dauerpacht. Nichts kennzeichnet diesen Umstand besser, als die Tatsache, daß der Betrieb seit Beginn dieses Jahres pro Tag eine, in einer Abteilung sogar bis zu vier Überstunden einlegen mußte. Nun also hat bei Endres im Hinblick auf die kommende Mode „die Zukunft auch bereits begonnen“.