Oerlinghausen kaufte „Hotel zum Segelflug“ und 40.000 qm Land für Bungalows
Schnatgang von Rat und Verwaltung - Auch Landespräsident a. D. Drake war dabei
Oerlinghausen. Die Bergstadt hat das weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannte „Hotel zum Segelflug“ erworben. Mit dem Gebäude kaufte Oerlinghausen auch eine 40.000 Quadratmeter große Grundfläche, auf der 28 Bungalows errichtet werden sollen. Diese Mitteilung machte Bürgermeister Kramer anläßlich eines Schnatganges von Rat und Verwaltung vor der Presse. Unbestimmt ist noch, für welche Zwecke die Stadt das „Hotel zum Segelflug“ verwenden will. Es ist möglich, da die Stadt das Hotel verpachten wird, wie es seit Jahren mit dem ebenfalls der Stadt gehörenden „Stadthotel“ gemacht wurde. Man trägt sich aber auch mit dem Gedanken, hier eventuell ein Jugendheim oder eine Kindertagesstätte einzurichten. Darüber allerdings wird der Rat das letzte Wort sprechen.
Das „Hotel zum Segelflug“ besteht etwa 30 Jahre. Seine Blütezeit hatte das Hotel vor dem Kriege, als der Segelflug noch an den Hängen des Barkhauser Berges betrieben wurde. Aber auch in den letzten Jahren war das Hotel noch Ausflugsziel vieler Bielefelder. Es ist durchaus anzunehmen, daß die Gaststätte am Rande der Südstadt nach Fertigstellung der Erschließung erneut einen Aufschwung nehmen wird. Vorausgesetzt natürlich, daß der Rat das Hotel verpachtet und auf ein Jugendheim verzichtet.
Der diesjährige Schnatgang, an dessen Spitze man Bürgermeister Heinrich Kramer und Stadtdirektor Witt sowie die Vertreter der drei Fraktionen sah, hatte das Klärwerk Nord zum Ausgangspunkt, wo sich der Rat an Ort und Stelle über die Kanalisation in diesem Teil der Stadt informierte. Alsdann ging es weiter zum Wäldchen an der Gartenstraße, daß bekanntlich nach einer umstrittenen Entscheidung zu einer Parkanlage ausgebaut werden soll. Die Besichtigung in der Oerlinghauser Südstadt begann beim Fernheizwerk. Die Ratsherren und Mitglieder überzeugten sich vom Fortschreiten der Arbeiten. Direktor Dr. Schöß von der Gundlach KG erläuterte an Ort und Stelle den Aufbau des graphischen Großbetriebes, der, so hofft man, zum Ende dieses Jahres fertig werden soll.
Beim anschließenden geselligen Beisammensein hatten die „Schnatgänger“ Gelegenheit, ausführlich über die eine oder andere Veränderung der Bergstadt seit dem vorjährigen Rundmarsch zu sprechen. Bürgermeister Kramer nahm dies zum Anlaß, Landespräsident a. D. Heinrich Drake herzlich willkommen zu heißen. Bewundernswert, daß es sich der hochbetagte frühere Landespräsident nicht hatte nehmen lassen, an diesem Schnatgang teilzunehmen. Andererseits aber auch verständlich, denn seit Jahren ist Heinrich Drake mit Oerlinghausen auf das engste verbunden. Schließlich war er es, auf dessen Initiative hin Oerlinghausen im Jahre 1926 die Stadtrechte verliehen wurden.
Piet