Die drei alten Schopketalbrunnen sollen weiter genutzt werden

Fachausschuß will erst noch genaue Kostenermittlungen haben - Klare Tendenz - Brunnen nur in Notzeiten in Anspruch nehmen

 

Oerlinghausen (Rei). 1,26 Millionen Kubikmeter Wasser werden jährlich aus dem Bereich Senne für die Oerlinghauser Trinkwasserversorgung gebraucht. Die 6.000 Kubikmeter, die aus den drei Schopkebrunnen in Spitzenzeiten dem Wasserleitungsnetz zugeführt werden, nehmen sich dagegen geradezu bescheiden aus. Das wurde in der letzten Bau- und Planungsausschußsitzung bekannt, in der es um die Festlegung von Schutzzonen für die drei Schopketalbrunnen ging. Eine endgültige Entscheidung wurde noch nicht getroffen, da nach Meinung der SPD noch einige Informationen, vor allen Dingen hinsichtlich der Kosten, eingeholt werden sollen.

Wasserexperte Soll von den Stadtwerken hatte darauf hingewiesen, daß diese drei ältesten Brunnen in Oerlinghausen Coli-belastet seien und man deshalb die Wassergewinnung schon erheblich zurückgeschaltet habe. Bauamtsleiter Friedel Potthast stellte jedoch fest, daß bei einem Rückgang der Kapazität das Wasser nicht mehr so stark belastet sei. Im übrigen würden die Brunnen ohnehin nur dann in Anspruch genommen, wenn die Hauptanlage einmal ausfallen sollte. Mit dem neuen Wasserrecht, so Potthast, müßten Schutzzonen festgelegt werden, anderenfalls sei eine Stilllegung der Brunnen unumgänglich. Auf den Einwand von Adolf Bornemeyer (CDU), der darauf hinwies, daß die Schopke als Standort für das Klärwerk Nord vorgesehen sei, erwiderte Potthast: „Ein Klärwerk in der Schopke ist völlig ausgeschlossen.“

Gerhard Nall appellierte an seine Fachausschußkollegen „unter allen Umständen zu retten, was zu retten ist und die Brunnen zu erhalten“. Die Schopke sei das wasserträchtigste Gebiet Oerlinghausens und werde durch die Sandsteinkette und den Währentrup gespeist. „Da werden wir auch in einem trockenen Sommer genügend Wasser haben“, meinte Nall. Der BI-Sprecher machte jedoch auch darauf aufmerksam, daß man die Probleme Landerbusch und Klärwerk Nord „langfristig in den Griff kriegen muß“. Gerd Hoffmann (FDP) stellte die Frage, ob eine verrohrte Klärleitung heute in einem Wasserschutzzonenbereich überhaupt noch möglich sei. Darauf Wasserexperte Soll: „In der Schutzzone I sicherlich nicht.“

Obwohl Bauamtsleiter Friedel Potthast darauf hinwies, daß das Verfahren jetzt erst anlaufe und auch die Grundstückseigentümer noch gefragt werden müßten, konnte sich der Ausschuß noch zu keiner Entscheidung durchringen. Horst Steinkühler (SPD) ließ jedoch durchblicken, daß man die Brunnen „nicht ohne Not zumachen solle“. Auf eine gezielte Frage von Heinrich Biere (CDU) unterstrich Wasserexperte Soll die Notwendigkeit noch einmal nachdrücklich: „Wir brauchen die Brunnen auf jeden Fall.“

[Bild: Die Wassergewinnungsanlage in der Schopke. Hier wird nur zu Notzeiten Trinkwasser für die Bevölkerung gefördert.                    Foto: Burkamp]