32-jähriger Oberfeuerwehrmann nach Kneipenbummel erschossen

Von Hausbewohnern gestern morgen tot aufgefunden - Kurz nach Mitternacht wurde Eckard Brüntrup zuletzt lebend gesehen

 

Oerlinghausen (Piet). Unmittelbar vor seiner Wohnung ist in der Nacht zum Freitag in der Innenstadt der 32-jährige Arbeiter Eckard Brüntrup erschossen worden. Bei der gestern Abend in Lemgo vorgenommenen Obduktion wurde das Projektil im Kopf des Toten gefunden. Die Polizei vermutet, daß der Schuß aus einer Vorderladerwaffe abgefeuert worden ist. Eckard Brüntrup war Freitag morgen von Hausbewohnern im Flur entdeckt worden. Er lag in einer riesigen Blutlache. Ein sofort herbeigerufener Arzt konnte nur noch den Tod feststellen.

Nach den bisherigen Ermittlungen der Polizei wurde Eckard Brüntrup kurz nach Mitternacht zum letzten Male lebend gesehen. Er war zuletzt in der Gaststätte Süllwald, die nur wenige Schritte von seiner Wohnung in der Hauptstraße 25 entfernt liegt. Vorher hatte Brüntrup noch die Gaststätte Jägerhaus besucht. Zwischendurch soll er für kurze Zeit einmal in seiner Wohnung gewesen sein. Am Nachmittag hatte der 32-jährige Junggeselle noch für 150 Mark Lebensmittel eingekauft.

Die Leiche des 32-jährigen wurde gegen 6.15 Uhr von der 77-jährigen Marie Schertzyk entdeckt. Die Rentnerin fand Eckard Brüntrup leblos auf dem Flur. Die alte Dame und ihre mit im Haus wohnende Tochter Christiane Schertzyk alarmierten sofort die Polizei. Gleichzeitig wurde der praktische Arzt Dr. Junge verständigt. Doch für Eckard Brüntrup gab es keine Rettung mehr. Nach dem jetzigen Stand der Ermittlungen muß er bereits mehrere Stunden tot gewesen sein.

Alles deutet darauf hin, daß das Verbrechen kurz nach Mitternacht geschah. Der Täter hat Brüntrup vermutlich schon vor seinem Haus niedergeschlagen. Wo der tödliche Schuß fiel - ob im Garten oder im Haus - ist nicht geklärt. Hauptkommissar Busch: „Die Leiche weist auch erhebliche Schlagverletzungen auf, die jedoch nicht tödlich waren. Gestorben ist Eckard Brüntrup eindeutig an der Schußverletzung.“ Im Garten des Hauses Hauptstraße 25, das auch von der Tönsbergstraße aus einen Zugang hat, wurden Blutspuren gefunden. Im Schnee entdeckten Polizeibeamte auch die Brille des Arbeiters. Die Blutspuren führen dann bis in das Hausinnere über die Treppe bis zum Korridor, wo Brüntrup gefunden wurde. Oberstaatsanwalt Strunk: „Entweder hat sich der Arbeiter mit letzter Kraft ins Haus geschleppt oder er ist von dem Täter dahin getragen worden.“

In der Kleidung des Toten wurden weder seine Geldbörse noch der Hausschlüssel gefunden. Die Polizei vermutet, daß Brüntrup ausgeraubt wurde.

Eckard Brüntrup wohnte seit etwa vier Jahren in der Hauptstraße. Er hatte nach dem Tod seiner Mutter das elterliche Haus verlassen und sich in der Innenstadt eine eigene Wohnung genommen. Der 32jährige war seit vielen Jahren als Oberfeuerwehrmann Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr. Im Kreis der Feuerwehrkameraden wurde er sehr geschätzt.

Täter gefaßt

Oerlinghausen. Unter dringendem Mordverdacht hat die Kriminalpolizei gestern am späten Abend einen 19-jährigen Arbeiter aus Oerlinghausen festgenommen. Wie Kriminalhauptkommissar Werner Busch, der Leiter der Mordkommission, mitteilte, hat der 19-jährige bereits ein Geständnis abgelegt. Nähere Einzelheiten des Tathergangs will die Polizei am Wochenende bekanntgeben.

[Bild: Oberfeuerwehrmann Eckard Brüntrup (Pfeil) im Kreise seiner Kameraden. Diese Aufnahme machte die NW anläßlich des 50-jährigen Bestehens der Oerlinghauser Feuerwehr im Jahre 1975.         Foto: Burkamp]

[Bild: Im Obergeschoß dieses Hauses in der Hauptstraße 25 wohnte Eckard Brüntrup.        Foto: Burkamp]