Ausschuß beharrt auf Forderung nach Fußgängerampeln an L 751

Mit Stellungnahme des Kreises nicht einverstanden - Verwaltung wurde beauftragt, umgehend die Rechtslage zu prüfen

 

Oerlinghausen (pivo). Der Bau- und Planungsausschuß hat kein Verständnis dafür, daß das Straßenverkehrsamt des Kreises Lippe die geforderten Fußgängerampeln an der L 751 im Kreuzungsbereich Heideweg/Dalbker Straße und in Höhe der Göddernstraße abgelehnt hat. Er plädiert dafür, daß die Stadt in letzter Konsequenz auch den Rechtsweg nicht scheuen sollte, um die Lichtzeichenanlagen doch noch zu bekommen. Einstimmig wurde die Verwaltung beauftragt, umgehend entsprechende juristische Möglichkeiten abzuklären.

Die zuständigen Stellen beim Kreis haben beide Ampeln mit dem Hinweis auf die gültigen Richtlinien abgelehnt. „Da die festgestellte Fußgängerbelastung den Schwellenwert der angegebenen Richtlinien bei weitem unterschreitet, kann im vorliegenden Fall die vorgeschlagene Lichtsignalanlage nicht angeordnet werden“, heißt es in den Schreiben des Straßenverkehrsamtes gleichlautend für beide Ampeln. In den Begründungen greifen die Detmolder Beamten auf Verkehrszählungen zurück, die im Falle Heideweg/Dalbker Straße am 27. August diesen Jahres und im Falle Göddernstraße am 29. September 1981 durchgeführt wurden.

Bei den Politikern aller vier im Ausschuß vertretenen Parteien stießen die Begründungen des Kreises auf massive Kritik. „Ich finde es traurig, daß unsere Anliegen so global abgelehnt werden“, sagte Horst Diekhof in der Sitzung am Mittwochabend. „Man kann doch in diesen Fällen nicht mit Verkehrszählungen argumentieren. Viele Anwohner im Bereich Göddernstraße haben mir gesagt, daß sie schon gar nicht mehr versuchen die Straße zu überqueren, weil sie wissen, daß sie sowieso nicht rüberkommen.“ Ähnliche Informationen hatte Dietmar Raupach (Grüne) aus der Gegend um den Heideweg. „Ich weiß, daß viele Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Grundschule Lipperreihe bringen, weil es zu Fuß gar nicht geht“, sagte er.

Nach Ansicht von Bauamtsleiter Friedel Potthast, der die Stellungnahmen des Straßenverkehrsamtes im Ausschuß vortrug, ist das Problem grundsätzlicher Natur. „Die Stadt wird durch die L 751 zerschnitten - das ist das eigentliche Übel“, betonte er und fuhr fort: „Es hat in der Vergangenheit schon viele Anträge dieser Art gegeben. Die ganze Diskussion um das Thema Fußgängerampeln führt doch geradlinig auf die Umgehungsstraße zu.“

In Anschluß an diese Äußerungen Potthasts schaltete sich Sozialdemokrat Hans Brinkmann in die Diskussion ein. Er wählte besonders deutliche Worte. Brinkmann: „Über beide Punkte reden wir doch schon seit Jahren. Auf die Umgehungsstraße zu warten, halte ich für unzumutbar. Offensichtlich wollen sich hier Bürokraten an uns austoben. Ich bin dafür, daß wir den Rechtsweg beschreiten, denn es ist ein Unding, daß wir warten sollen, bis Leute totgefahren werden.“ Diekhof ergänzte seinen Fraktionskollegen: „Zur Not muß die Stadt eben bereit sein, die Kosten selbst zu tragen“, meinte er zum Schluß.