Resolution an Stadtparlament: Erhaltet das alte Pfarrhaus!

Heimatpflegevereine: Ein einmalig gelegenes Fachwerkhaus

 

Oerlinghausen. Die Mitglieder des Naturwissenschaftlichen und Historischen Vereins in Oerlinghausen haben sich einstimmig bei nur einer Enthaltung für die Erhaltung des historischen Pfarrhauses ausgesprochen. Eine entsprechende Resolution soll dem Stadtparlament übersandt werden.

„Vereine, die sich die Heimatpflege zur Aufgabe gemacht haben, können an diesem Problem nicht vorübergehen. Unsere Bergstadt braucht, was die landschaftliche Schönheit anlangt, die Konkurrenz der anderen Städte des Lipperlandes nicht zu scheuen. In architektonischer Hinsicht dagegen wird sie von den übrigen lippischen Städten übertroffen. Uns fehlen wirklich wertvolle historische Bauten in unserem Stadtbild. Deshalb muß es unser Bestreben sein, ein so einmalig gelegenes Fachwerkhaus zu retten“, so formulierte es Schriftführerin Elisabeth Böker.

In der vom Vorsitzenden Bruno Hunke geleiteten Diskussion ging es auch um zahlreiche Berichte der NEUEN WESTFÄLISCHEN, die sich mit diesem Thema befaßten. Der Naturwissenschaftliche und Historische Verein: „Das Landeskirchenamt hat durch den Kirchenvorstand dieses Haus, der hohen Erhaltungskosten wegen, der Stadt Oerlinghausen als Geschenk angeboten. Da nach Zeitungsberichten jedoch die Kosten für die Renovierung auf 250.000 bis 800.000 DM geschätzt wurden, hat der Rat der Stadt das ‚teure‘ Geschenk abgelehnt. Das würde einen Abbruch des alten Pfarrhauses bedeuten.

Auswärtige Besucher unserer Stadt sind immer beeindruckt von der harmonischen Einheit von ‚Kirche und Pfarrhaus‘. Für Maler und Fotografen ist der Blick vom Berg auf die ‚Bergstadt mit Kirche und Pfarrhaus‘ ein geschätztes Motiv! Pressemeldungen zufolge haben auch die Bezirksregierung und das Staatshochbauamt den Wunsch, daß der herrlich gelegene Fachwerkbau erhalten bleibt. Ebenso hat sich der Landeskonservator Dr. John, Münster, nach einem Vortrag, den er im Lippischen Heimatbund (am 11.2.1974) vor allen lippischen Stadtdirektoren hielt, positiv für die Erhaltung des alten Pfarrhauses ausgesprochen.

Die Vereinsmitglieder und Gäste waren durchweg der Meinung, es müsse alles versucht werden, den gefährdeten Bau zu retten. Es wurde einstimmig (bei einer Enthaltung) beschlossen, einen Brief an den Rat der Stadt zu schicken. Darin wird gebeten, ein neues objektives Gutachten über die Renovierungskosten und Verwendungsmöglichkeiten des alten Pfarrhauses erstellen zu lassen. Es ist anzunehmen, daß dieses Gutachten günstiger ausfällt, als die oben genannte Schätzung. Der Rat der Stadt wird dann hoffentlich die Möglichkeit haben, seine Entscheidung rückgängig zu machen und das Pfarrhaus als Geschenk anzunehmen. Dadurch würde unserer Bergstadt das schöngelegene Fachwerkhaus erhalten bleiben.“