Vertreter der Regierung äußerten sich positiv zur Einrichtung einer Vollanstalt
Am 19. Dezember fällt im Rat eine wichtige Vorentscheidung über die Frage „Vollanstalt oder Progymnasium“ – Das letzte Wort spricht der Kultusminister
Oerlinghausen. Der Rat der Bergstadt Oerlinghausen wird am 19. Dezember in einer öffentlichen Sitzung darüber zu befinden haben, ob das Gymnasium zur Vollanstalt erweitert werden soll oder ob die bisherige Form als Progymnasium bestehen bleibt. Vertreter der Bezirksregierung in Detmold haben am Wochenanfang das Städtische Progymnasium, dessen Schüler noch zum Teil in der alten Volksschule untergebracht sind, besichtigt und waren dem Vernehmen nach übereinstimmend der Meinung, daß Oerlinghausen eine Vollanstalt brauche. Wenn sich der Rat in seiner nächsten Sitzung den Dingen gegenüber positiv äußert, wird der Antrag dem Kultusministerium weitergeleitet, das als letzte Instanz eine Entscheidung fällt. Nach Ansicht der Verwaltung wird Oerlinghausen versuchen, die Genehmigung zur Vollanstalt vom 1. April 1964 an zu erhalten.
Das würde bedeuten: Zum ersten Male brauchten die Schüler des Progymnasiums ihre Schule nicht zu wechseln, um das Abitur zu machen. Bisher mußten die Schüler der Abgangsklasse nach Detmold, Bielefeld oder Bad Salzuflen gehen, um das Reifezeugnis zu erwerben. Im vorigen Jahr gingen von 18 Schülern 16 zu weiterführenden Schulen. Eine Umfrage hat ergeben, daß zu Ostern 1964 von 25 bereits 22 den festen Entschluß gefasst haben, das Abitur zu machen.
Die Schülerzahl des Städtischen Progymnasiums hat sich im Laufe der letzten Jahre auf 185 erhöht. Das Progymnasium Oerlinghausen besteht in der jetzigen Form erst seit 1948. Es ist aus der sogenannten Rektorschule (Sexta bis Untersekunda) hervorgegangen, die vor etwa 100 Jahren gegründet wurde.
In Kreisen der Ratsvertretung dürfte dem Plan einer Vollanstalt im Grunde genommen nichts im Wege stehen. Daß es jedoch innerhalb der Fraktionen über die dadurch entstehenden Kosten zu Diskussionen kommen wird, ist zweifelsohne zu erwarten.
Ein positiver Beschluß des Rates würde sich günstig für die Nachbargemeinden im lippischen Westen und Gemeinden des Amtes Heepen (Lämershagen, Hillegossen und Ubbedissen) auswirken, da die Anstalt auch von Schülern aus diesen Orten besucht wird.
Piet