6.159 Übernachtungen in einem Jahre
Das Bielefelder Naturfreundeheim bei Oerlinghausen wird erweitert
Die Oerlinghauser Hütte der Bielefelder Naturfreunde wird im Laufe des Jahres 1951 beträchtlich erweitert werden, teilte Eduard Husemann als Vorsitzender in der Jahreshauptversammlung des Vereins mit. Das schöngelegene und vor allem von der Jugend eifrig besuchte Naturfreundehaus wies im Jahre 1950 nicht weniger als 6.159 Übernachtungen auf; zahlreiche Übernachtungswünsche mußten leider wegen Raummangels abgelehnt werden.
Nach einer Totenehrung für den verstorbenen Bundespräsidenten von Österreich, Karl Renner, der ein Gründungsmitglied des internationalen Touristenvereins „Die Naturfreunde“ war, wies der Vorsitzende Husemann auf gelungene Feierstunden hin, die das kulturelle Wollen dieser sozialistischen Wanderbewegung herausstellten, darunter eine Frühlingsfeier mit 1.000 Teilnehmern und das traditionelle Heidefest mit fast 3.000 Gästen. Ein Hausmusikabend und eine Jahresabschlußfeier hatten intimeren Charakter, während Bunte Abende und Veranstaltungen für die Eltern zumeist der fröhlichen Unterhaltung dienten. Die vorbildliche Arbeit des Naturfreundechores und der Lautengruppe unter Leitung von Emma Ruthmann sowie der Hüttenkommission unter Leitung von Heinrich Lüker und der Wanderführer fand dankbare Anerkennung. Eine Reihe von Vorträgen machten mit Natur und Dichtung, Heimat und Ferne bekannt. Zahlreiche Wanderungen vertieften das Wissen, größere Ferienfahrten führten an die See, nach dem Harz und nach Bayern. Im kommenden Jahre ist für Ostern eine Fahrt zum Ith und Vogler vorgesehen, zu Pfingsten die Beteiligung an einem internationalen Naturfreundetreffen in Aachen. Größere Ferienreisen sollen zum Schwarzwald und Bodensee, zum Kleinen Walsertal und nach Schweden gehen. Ein großes Naturfreundetreffen des Bezirks Teutoburger Wald-Weserbergland ist für den Juni in Detmold geplant.
Die Berichte des Kassierers Streifekötter, des Hüttenobmanns Lüker und des Jugendleiters Frohne bestätigten das pulsierende Leben, das durch eine rege Aussprache und das Schlußwort Carl Schrecks unterstrichen wurde, der da forderte:
Nie ermüdet darfst du stille stehn, willst du die Vollendung sehn!