Zum Tode von Bruno Hunke Selbstlos, bescheiden und diszipliniert zum Wohle seiner Heimatstadt tätig

Hauptschul-Rektor starb im Alter von 80 Jahren

 

Oerlinghausen. Noch in der letzten Woche, als das Mitarbeiterteam für das Buch der Stadt zu einer ersten Besprechung zusammenkam, wurde von ihm gesprochen: Würde Rektor Bruno Hunke, der großartige Kenner der lippischen Landschaft und vor allem seiner Oerlinghauser Heimat, als Mitarbeiter zur Verfügung stehen? Bruno Hunke wird an der Chronik seiner Heimatstadt, für die viele Jahre vorbereitendes Material sammelte, nicht mehr mitwirken können. Er starb im Alter von 80 Jahren an einer schweren Krankheit.

Seit vielen Jahrzehnten war Bruno Hunke in zahlreichen Ehrenämtern tätig; 25 Jahre war er Vorsitzender des Naturwissenschaftlichen und Historischen Vereins.

Der aus Oerlinghausen gebürtige Pädagoge begann seine Ausbildung 1914 an der Präparande und 1916 im Lehrerseminar Detmold. Nach kurzer Lehrtätigkeit an der Volksschule und Rektorschule in Hohenhausen war er von 1919 bis 1924 fünf Jahre in Schuckenbaum tätig, bevor er an die Volksschule in Oerlinghausen kam. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges war Hunke auch an der damaligen Rektorschule. Kurzfristig wurde er eingezogen, doch dann wieder in die Heimat entlassen, weil er die einzige männliche Lehrkraft an der Rektorschule war. Nur gegen Ende des Krieges mußte Bruno Hunke noch für drei Monate zum „Volkssturm“.

In der schweren Nachkriegszeit wuchs die „Rektorschule“ durch überwiesene Schüler von den Bielefelder und Detmolder Gymnasien auf sechs Klassen. Zum Schluß wurden die Schüler in vier verschiedenen Gebäuden unterrichtet! Um die Schulraumnot zu beenden, wurde vor 1949 unter schwierigsten Verhältnissen (Materialbeschaffung in der Besatzungszeit!) vom damaligen Bürgermeister Heinrich Kramer und Architekt Fritz Oberdieck der Anbau an der alten Volksschule (jetzt Rathaus) ausgeführt. Es war der erste große Schulbau nach dem Kriege in Lippe. 1948 hatte sich Bruno Hunke wieder zur Volksschule zurückgemeldet, mußte aber auf Anordnung der Regierung die Leitung der „Rektorschule“ vorläufig noch beibehalten, so daß er drei Jahre an beiden Schulen unterrichtete. Als 1953 die „Rektorschule“ in ein Progymnasium verwandelt wurde, übergab er die Leitung an Studiendirektor Gerhard Venz. Beide Schulen haben dann das erweiterte Gebäude neun Jahre gemeinsam benutzt. Aber die wachsende Schülerzahl machte dann wieder einen Schulneubau notwendig. 1958 konnte die neue Volksschule (mit Turnhalle) an der Weerthstraße bezogen werden. 1966 wurde Bruno Hunke als Rektor pensioniert. Da aber der Lehrermangel damals sehr groß war, unterrichtete er auf Wunsch seines Nachfolgers, Rektor Werner Könemann, bis 1970 noch an der Hauptschule, um dann nach über 50 Dienstjahren in den Ruhestand zu treten.

Bruno Hunke war eine pädagogische Institution in der Bergstadt. Seine Kollegen und Kolleginnen erinnern sich voll Lobes der guten und harmonischen Zusammenarbeit. Selbstlos, bescheiden, diszipliniert und mit großer Redlichkeit ist er ihnen Freund und Vorbild gewesen. Nicht nur sie danken ihm, der während seiner Tätigkeit in der Bergstadt deutliche, nicht zu übersehende Zeichen setzte, aufrichtigen und ehrlichen Herzens. Die ehemaligen Schüler, die ihn als Lehrer und Erzieher kennen und schätzen lernten, werden sich seiner stets dankbar erinnern. Als Mitbegründer des Volksbildungswerkes der Bergstadt leitete er von 1943 bis 1956 zusammen mit G. Venz und F. W. Feldmann abwechselnd diese damals außerordentlich lebendige Institution in der Erwachsenenbildung.