Einwohner sollen Widerstand leisten

Oerlinghausen wehrt sich gegen die Anlage von Sprengschächten

 

Oerlinghausen. Nachdem die Gemeindeverwaltung von Oerlinghausen erfahren hat, daß ihr Einspruch gegen die Anbringung von Sprengschächten auf Gemeindegebiet, der am 28. Januar auf einstimmigem Beschluß des Rates erfolgte, von den zuständigen Stellen abgelehnt worden ist, hat Bürgermeister Kramer im Auftrage des Rates einen Flugblattaufruf an die Bürgerschaft erlassen.

„Der Rat erwartet“, so heißt es in diesem Aufruf, „daß die gesamte Bevölkerung, ob Mann, Frau oder Kind, sich sofort zu den betreffenden Straßenteilen - gemeint ist die Hauptstraße auf der Strecke von Bierverleger Kochsiek bis zum Ravensberger Hof - begibt, um den Einbau der Sprengschächte zu verhindern.“

Als Signal soll ein fünf Minuten andauerndes Sirenengeheul ertönen. „In Erinnerung an die furchtbaren Kampftage im Jahre 1945“, so schließt der Aufruf, „glaubt sich der Rat mit der gesamten Bevölkerung darin einig, daß alles Menschenmögliche getan werden muß, um die Vorbereitungen zur Zerstörung unserer Heimat zu verhindern.“

Wie die Gemeindeverwaltung gestern nachmittag mitteilte, ist täglich mit dem Versuch einer Anlage von Sprengschächten zu rechnen. Der gesamte Rat sehe in der Anlage derartiger Sprengschächte eine so große Gefährdung der Wasser- und Stromversorgung sowie auch der Kanalisation, daß diese Maßnahmen als nicht gerechtfertigt anzusehen seien.