Bis über das Jahr 2000 hinaus ist die Wasserversorgung sicher

Oerlinghausen kann auch lange Dürreperioden gut überbrücken

 

Oerlinghausen (bi). „Bis über das Jahr 2000 hinaus werden wir den Oerlinghauser Bürgern Wasser in verhältnismäßig guter Qualität anbieten können“, das erklärte Stadtdirektor Egon Eikelmann bei Vorlage der neuesten wasserwirtschaftlichen Daten der Stadtwerke. Selbst größte Trockenperioden in der Sommerzeit dürften nach Ansicht des Fachmanns ohne Einschränkungen in der Wasserversorgung zu überbrücken sein.

Immer wieder ist aus anderen Gemeinden in den Sommermonaten zu hören, daß der Grundwasserspiegel bedenklich absinkt. Teilweise liegt der Spitzenbedarf in solchen Städten über der höchsten Förderleistung der Brunnen, wodurch eine Einschränkung aus anderen Gemeinden erforderlich wird. In Oerlinghausen scheinen solche Bedenken unbegründet.

Neben der maximalen Förderleistung der Oerlinghauser Brunnen, sagt Eikelmann, „steht der Stadt zusätzlich eine Sicherheitsreserve an Bielefelder Wasser von 780 Kubikmetern pro Tag zur Verfügung“. Ein Blick auf die Förderzahlen zeigt allerdings, welche enormen Reserven die Stadtwerke noch in der eigenen Wasserversorgung haben.

Zählt man die täglichen Höchstwassermengen der zwölf Oerlinghauser Brunnen zusammen, so ergibt sich eine Leistung von 6.910 Kubikmetern. Im Juli dieses Jahres, der bekanntlich sehr heiß war und deshalb einen hohen Wasserverbrauch verursachte, liefen nur durchschnittlich 2.219 Kubikmeter täglich aus den heimischen Wasserhähnen. Mehr als die doppelte Menge hätte verbraucht werden können. In Wintermonaten sieht die „Wasserbilanz“ noch günstiger aus: Nur 2.610 Kubikmeter des kühlen Naß benötigten die Oerlinghauser täglich im Februar 1982.

Wenn von einem allgemeinen Absinken des Grundwasserspiegels in der Bundesrepublik gesprochen wird, so trifft diese landesweite Wasserverknappung auch offensichtlich auf Oerlinghausen zu. Die ältesten Brunnen der Gemeinde liegen in der Schopke und sind nur ganze 16 Meter tief. Im Jahre 1908 bereits gingen sie in Betrieb und lieferten das Wasser an den Hochbehälter an der Jugendherberge, der übrigens im Jahre 1911 gebaut wurde. 850 Kubikmeter täglich können die drei Schopke-Brunnen - einer liegt auf der Helle - fördern.

110 Meter tief dagegen ist der tiefste, der Mackenbrucher Brunnen, der im Jahre 1974 gebohrt wurde. Die drei Heipker Brunnen, die gemeinsam 1.450 Kubikmeter (allerdings sehr hartes) Wasser herausprudeln, pumpen diesen täglichen Ertrag an den Hochbehälter auf dem Hof Hofmeier.

Die ergiebigsten Quellen der Stadt Oerlinghausen liegen im Bereich der Südstadt. Die drei Brunnen, die dort angesiedelt sind, können auf eine tägliche Kapazität von 2.000 Kubikmetern gebracht werden. In Wintermonaten wären sie allein in der Lage, die ganze Gemeinde einschließlich Helpup und Lipperreihe zu versorgen.

Erst kürzlich hat die Stadt, wie Egon Eikelmann mitteilte, „die verfügbare Wassermenge beträchtlich erhöhen können“. Drei neue Brunnen in der Oerlinghauser Senne versorgen das örtliche Wassernetz mit maximal 2.000 Kubikmetern täglich. Ihre Förderleistung wird - wie die der Südstadtbrunnen . in den neuen 2.000 Kubikmeter fassenden Hochbehälter am Menkhauser Berg gepumpt. Eine neuartige Verdüsungsanlage in diesem Behälter verbessert zusätzlich die Qualität des Sennewassers, indem sie die Kohlensäure, die hier enthalten ist, entfernt.

[Bild: Der weit und breit sicherlich schönste Brunnen für das Oerlinghauser Wasserversorgungsnetz steht in der Schopke. Die Wasserförderung in diesem Fachwerkhaus wurde bereits im Jahre 1908 aufgenommen. Ein gigantischer Betonbau ist dagegen der neue Trinkwasser-Hochbehälter am Menkhauser Berg in Oerlinghausen. Eine neuartige Verdüsungsanlage im Gebäude entfernt die Kohlensäure aus dem Sennewasser, da es auf die Dauer die Rohre des Versorgungsnetzes angreift.                 Foto: Biere]