In drei Monaten sollen Wasserkräne laufen

Baubeginn der zentralen Wasserversorgung in Kürze - Hochbehälter mit etwa 150 Anschlüssen

 

Asemissen. Bereits in etwa drei Monaten wird in Asemissen erstmalig das Wasser der zentralen Versorgungsanlage aus den Kränen fließen, falls keine unvorhergesehenen Hindernisse beim Bau der Anlage auftreten. Diese erfreuliche Mitteilung machte Dipl.-Ing. Danjes, Detmold, auf der letzten öffentlichen Gemeinderatssitzung, die wegen der großen Zuhörerzahl in den Saal des Scherenkruges verlegt worden war. Das Problem der zentralen Wasserversorgung, das zur Diskussion stand, fand nach einer ausführlichen Erläuterung aller Details eine sachliche Kritik der interessierten Bevölkerungskreise.

Das Thema zentrale Wasserversorgung für Asemissen war vor 21 Jahren schon einmal akut und blieb es auch in den nachfolgenden Jahren. Leider machte der Krieg einen Strich durch die seinerzeit aufgestellten Pläne. Die Bemühungen der Gemeinde, einen Anschluß an das Versorgungsnetz Oerlinghausens herzustellen, schlugen fehl, da die Bergstadt selbst an Wassermangel leidet. So blieb für Asemissen keine andere Wahl, als sich auf eigene Füße zu stellen.

Ausschlaggebend für die Verwirklichung der Pläne war die vor zwei Jahren ergangene Auflage des Ordnungsamtes Schötmar, auch in Asemissen einen Feuerschutz auszubauen. Bei der Ausdehnung der Gemeinde wären drei Stauteiche erforderlich gewesen. Der Kostenaufwand von 70.000 bis 80.000 DM hätte jedoch noch keinen umfassenden Feuerschutz garantiert. Hinzu kam, daß alljährlich eine Anzahl Brunnen der Gemeinde versiegten und vor allem die Neubauten in den Besitz des köstlichen Naß kommen mußten.

Mit der Brunnenbohrung wurde der Anfang des Projektes gemacht, bei der dieselben geologischen Verhältnisse wie bei den Bohrversuchen in dem acht Kilometer entfernt gelegenen Hillegossen festgestellt wurden. 124 Meter tief ist das Bohrloch am Wäldchen des Scherenkruges. Ein 70-stündiger Pumpversuch bei einer Wasserentnahme von 15 cbm pro Stunde ließ den Wasserspiegel mit 27 Meter konstant bleiben. Damit ist die Gewähr gegeben, daß ausreichend Wasser vorhanden ist. Untersuchungen haben ferner die einwandfreie chemische und bakteriologische Zusammensetzung des Wassers ergeben.

Nachdem Bürgermeister Landermann diese allgemeine Einführung zum Thema Wasserversorgung gegeben hatte, nahm der leitende Architekt, Dipl.-Ing. Danjes, das Wort zu den technischen Einzelheiten. Der Entwurf sieht an dem ehemaligen Steinbruch, 40 Meter höher liegend als das Bohrloch, den Hochbehälter vor, der ein Fassungsvermögen von 200 cbm haben wird. Er soll in Stahlbeton konstruiert sein und aus zwei Kammern bestehen, von denen die eine Kammer mit einem Fassungsvermögen von 75 cbm stets eine Wasserreserve für den Feuerschutz enthalten wird.

Das sich durch die Gemeinde ziehende Hauptrohrnetz wird rund 7.000 Meter lang sein, für die zu verlegenden 150 Hausanschlüsse werden rund 3.000 Meter Rohre benötigt, wozu keine Gußstahlrohre, sondern die ebenso brauchbaren billigeren Asbestzementrohre verwendet werden. Der gesamte Ortskern bis auf einige sehr abgelegene Häuser wird mit Wasser versorgt.

Die Kosten dieses Projekts belaufen sich auf 250.000 DM. Sie werden als Eigenleistung der Gemeinde und Anschlußkosten der Hausbesitzer zu 45.340 DM aufgebracht. Aus der sogenannten Grundförderung fließen pro Tagewerk - es werden voraussichtlich 4500 Tagewerke zu leisten sein – 6 DM zu. Die sogenannte verstärkte Förderung läßt für jedes Tagewerk 12 DM, das sind weitere rund 88 000 DM erwarten, die als langfristiges Darlehn verzinst und getilgt werden müssen. Aus dem Wasserwirtschaftsfonds der Regierung sind 120.000 DM als verlorene Zuschüsse zugesagt; mit dieser Summe trägt das Land mehr als 50 Prozent der Gesamtkosten. Für jeden Hausanschluß sind 350 DM von Seiten der Hausbesitzer aufzubringen, wobei die Gemeinde weitere 200 DM zuschießt.