Bielefeld liefert Wasser für Siedlung Süd

Gestern abend tagte die Stadtvertretung - Lebhafte Debatten über die Bildung eines Ausschusses für zivile Verteidigung

 

Oerlinghausen. Nach rund zweimonatiger „Sommerpause“ trat gestern abend im Stadthotel der Rat der Bergstadt erneut zu einer öffentlichen Sitzung zusammen. Angesichts dieser verhältnismäßig großen Zeitspanne - in der Tat: Die Stadtverordneten waren schon „tagungsfreudiger“ - hatten sich insgesamt zwölf Tagesordnungspunkte „angesammelt“, über die beraten werden mußte. Durch verschiedene Anträge der drei Fraktionen erstreckten sich die Beratungen bis kurz vor Mitternacht. Die SPD beantragte die Schaffung von Parkplätzen an der Bahnhofstraße, während die CDU-Fraktion jetzt erstmals offiziell für die Gründung eines Zweckverbandes bezüglich des Krankenhauses plädierte und in einer Anfrage Aufschluß über die bevorstehende bauliche Entwicklung der Bergstadt verlangte. Von der Fraktion der Freien Demokraten wurden darüber hinaus Parkplätze in der Marienstraße und eine Bildung von Markttagen gefordert. Durch diese, weite Kreise der Bevölkerung interessierende Punkte hatten sich, wie in den vorangegangenen Sitzungen, rund hundert Zuhörer eingefunden.

Zu Beginn der Beratungen gab Bürgermeister Heinrich Kramer die wichtigsten Ausschußbeschlüsse der vergangenen zwei Monate bekannt. Das Stadtoberhaupt konnte dabei der Vertretung die erfreuliche Mitteilung machen, daß der Aufsichtsrat der Stadt Bielefeld sich jetzt endgültig bereit erklärt hat, den Stadtteil Oerlinghausen, in dem bekanntlich im Laufe der nächsten Jahre 6.000 Menschen untergebracht werden sollen, mit Wasser zu versorgen. Die Wasserleitung wird vom Segelflugplatz über die Siedlung Süd zum Stukenbrocker Weg verlegt. Sie verläuft unterhalb des Sportplatzes, an der Halter Straße entlang und wird im Schopketal in eine alte Trasse der Kanalisation übergeführt. Trotz dieses Zugeständnisses der Stadt Bielefeld muß Oerlinghausen einen Hochbehälter errichten. Bürgermeister Kramer nannte als voraussichtlichen Standort dieses Behälters ein Gelände auf dem Menkhauser Berg.

In seinen Sitzungen vergab der Hauptausschuß auch die Kanalisationsarbeiten für die Siedlung Süd. Sobald hier die Rohrverlegungen abgeschlossen sind, soll die Kläranlage in Angriff genommen werden. Die Arbeiten dürften allerdings erst in etwa einem Jahr beginnen. Gleichzeitig vergab der Hauptausschuß sämtliche Verkabelungsarbeiten in der neuen Siedlung. Der Leitplan der Stadt, der dem Rat bereits mehrfach vorlag, wurde jetzt in geänderter und neugestalteter Form einstimmig gebilligt.

Eine lebhafte Debatte entspann sich über die Bildung eines Ausschusses für Angelegenheiten der zivilen Verteidigung. Die Fraktion der SPD forderte in diesem Punkt eine Bestimmung der Mitglieder nach dem d’Hondtschen Verfahren. Demnach wären im Ausschuß zwei SPD- und ein FDP-Mitglied vertreten. Die CDU, die im Rat über drei Sitze verfügt, hätte kein Mitspracherecht. Ratsmitglied Konrad Dreckshage machte namens der FDP-Fraktion den Vorschlag, je ein Mitglied aller drei im Parlament vertretenen Fraktionen zu benennen. Nur so, erklärte der Sprecher, könne allen Bevölkerungsschichten Rechnung getragen werden. In geheimer Wahl stimmten schließlich zehn Ratsherren für die SPD-Ratsmitglieder Kramer und Grotegut, CDU und FDP gaben weiße Stimmzettel ab.

Über die restlichen Punkte - insbesondere die Anfragen und Anträge der einzelnen Fraktionen - werden wir noch ausführlich berichten.