Stauungen durch schwere Manöverfahrzeuge
Straßenschäden wurden sofort beseitigt / Zahlreiche 65-Tonnen-Panzer im NATO-Manöver
Hillegossen. Gestern morgen stauten sich auf der Detmolder Straße die Kraftfahrzeuge beinahe kilometerlang von Bielefeld bis Hillegossen. Sie mußten warten, weil schwere Manöverfahrzeuge der NATO-Streitkräfte, vor allem schwere Panzer und andere Kettenfahrzeuge, die Straße benutzten, um zu ihrem Manöverziel in der Nähe des Gutes Barkhausen bei Oerlinghausen zu gelangen. Die empfindliche Verkehrsstörung dauerte bis in die Mittagsstunden an.
Über die Brackwederstraße am […..] bogen die tonnenschweren Militärvehikel in die Osningstraße ein, von wo aus sie über die Lämershagener Straße in die Kreuzung Detmolder Straße einbogen. Ein großes Aufgebot deutscher Polizei und britischer Militärpolizisten versuchten der Situation Herr zu werden. Jeweils nach einem gewaltigen Schub Militärwagen durften auch die Privatfahrer ihre Autos nun schnell wieder in Bewegung setzen.
Währenddessen standen entlang der gesamten Osningstraße bis hinunter auf die Detmolder Straße zahlreiche 65 Tonnen schwere amerikanische Panzerkolosse, französische, amerikanische, belgische und englische Schützenpanzerwagen, Jeeps und „Sankas“. Als der Fotograf der FP eine munter plaudernde Gruppe Landjugend und französischer Soldaten auf die Platte bannen wollte, winkte eine amerikanische Panzerbesatzung aufgeregt ab: „Nix Foto. Verboten!“ Doch ein herbeieilender, bis an die Zähne bewaffneter Posten überzeugte sich höflich von der tatsächlichen Harmlosigkeit des Manöverporträts und zeigte dafür dem Reporter, wie kalt es in einem Panzerwagen ist, der auf die Weiterfahrt warten muß.
Die Nacht verbrachten die NATO-Soldaten in britischen Kasernen rund um Bielefeld, bis sie eingehüllt in dicke Winterkleidung, zum letzten Manövertag geweckt wurden. Am Sonntag „reisten“ die Amerikaner, Franzosen und Belgier in ihre süddeutschen Kasernen zurück, nachdem sie den „Manöverfeind“ geschlagen haben.
Die ersten Schäden, welche die Stahlketten der Panzer in den Asphalt der Straßen und in die Straßenränder gerissen hatten, wurden von dem Landesstraßenbauamt bereits ausgebessert, als der letzte Jeep noch nicht ganz verschwunden war. Übler dürfte es allerdings auf den Waldwegen und Feldern aussehen, auf denen sich die „Gegner“ ihre letzte Schlacht lieferten.
-dik-