Mut zur Lücke
Von Susanne Lahr
Eine merkwürdige Stimmung herrschte vergangene Woche im Umweltausschuß. Darüber muß man noch ein paar Worte verlieren. Es lag etwas Unversöhnliches in der Luft. Und das hatte nicht nur mit der Umgehungsstraße zu tun. Gegenseitige Schuldzuweisungen machten die Runde. Nur mit Mühe gelang es einzelnen Akteuren sachlich zu bleiben. Der aufkommende Wahlkampf scheint nicht allein für diese Dissonanzen herhalten zu können. Das politische Klima in Oerlinghausen ist in den vergangenen Monaten einfach ruppiger geworden. Das Gegeneinander wird größer geschrieben als das Miteinander.
In diesem Klima über das Selbstverständnis des ANUK zu diskutieren, dürfte recht schwierig werden. Aber wenn, muß es öffentlich geschehen, nicht im Verborgenen. Der Ausschuß hatte sich große Ziele gesteckt, und bei weitem nicht alle erreicht. Was teilweise der Ignoranz gewisser Politiker gegenüber dem Natur- und Umweltschutz zu verdanken ist. Jüngstes Beispiel: die Abfallentsorgung. Hier hätte die Stadt mit dem Belohnungsprinzip Vorreiter sein können. Stattdessen wurde in letzter Minute von den großen Parteien ein Rückzieher gemacht. Müßig, darüber zu diskutieren. Fest steht nur - und da hat Ausschußvorsitzender Reimeier recht - nur Hartnäckigkeit bringt Veränderungen. Und dazu müssen die Politiker den Mut aufbringen.