Neues Rathaus hängt noch in der Luft - Freibadumbau hat unbedingt Vorrang

Haushaltsplan 1965 in Oerlinghausen endlich unter Dach und Fach / Nur CDU-Fraktion war dagegen

 

Oerlinghausen. Gegen die Stimmen der CDU-Fraktion verabschiedete das Stadtparlament am Donnerstagabend in öffentlicher Sitzung im Stadthotel den Haushaltsplan 1965, der damit in fünfter Lesung – wenn man die Beratungen im Hauptausschuß mitrechnet - endlich unter Dach und Fach gebracht wurde. Der Etat schließt im ordentlichen Teil mit 3.196.110 DM und im außerordentlichen Teil mit 500.000 DM in Einnahmen und Ausgaben ab. Erstmals seit langer Zeit braucht die sozialdemokratische Ratsmehrheit in diesem Jahr die Verantwortung nicht allein zu tragen, denn auch die FDP-Fraktion stimmte dem Haushaltsplan zu.

Die „dicksten Brocken“ aus dem Etat sind schnell herausgepickt: Je 100.000 DM sollen den Rücklagen für den Umbau des Freibades, für die Errichtung des neuen Gymnasiums und für den geplanten Rathausneubau zugeführt werden. 187.000 DM wurden für den Bau der Realschule ausgewiesen und 80.000 DM für die Förderung des Wohnungsbaues bereitgestellt. Die 500.000 DM des außerordentlichen Haushaltsplanes sind ausschließlich für den Ausbau des Steinbülts und des Welschenweges bestimmt.

Bei der Erörterung der einzelnen Haushaltspositionen, die Stadtkämmerer Eikelmann mit Rücksicht auf die zahlreichen Zuhörer noch einmal eingehend erläuterte, obwohl die Ratsmitglieder alle Zahlen beinahe schon auswendig kennen mußten, unterstrich der Sprecher der SPD-Fraktion, Ratsherr Garnjost, daß der Freibadumbau Vorrang haben müsse; mit den Arbeiten müsse unbedingt nach dem Ende der diesjährigen Badesaison begonnen werden.

Auch Stadtdirektor Witt bezeichnete den Freibadumbau, für den jetzt über 400.000 DM zur Verfügung stehen, als „Problem Nummer 1“. Die Planung sei so weit abgeschlossen, daß die Arbeiten bald ausgeschrieben werden könnten. Sofort nach der Badesaison werde der Anfang gemacht, versicherte der Stadtdirektor.

Für die FDP-Fraktion begrüßte Ratsherr Dreckshage besonders, daß die Fremdenverkehrsförderungsabgabe weggefallen sei und der stattliche Betrag von einer halben Million Mark für den Ausbau von Straßen im Altstadtgebiet zugute kommen soll. Die Altstadt, meinte dazu Ratsherr Garnjost, sei aber auch in den vergangenen Jahren trotz des Südstadtprojektes keineswegs vernachlässigt worden. Wie ein König freute sich Ratsherr Dreckshage, daß es dem Hauptausschuß gelungen sei, der Verwaltung 5.000 DM, die für die Anschaffung von Büromaterial gefordert wurden, „aus den Zähnen zu ziehen...“