Das Schopkebachtal soll endlich vom Müll befreit werden

Bei guter Witterung im Frühjahr abgeschlossen - Bürger schrieb an den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten

 

Oerlinghausen (Piet). Das Schopkebachtal soll wieder sauber werden. Zu dieser Maßnahme wurde die Stadt gezwungen, nachdem sich Müller Friedhof als Anlieger bei Ministerpräsident Johannes Rau beschwert hatte. Friedhof hatte in einem Schreiben an Rau erklärt, die Stadt habe seine Hinweise ignoriert. Daraufhin alarmierte der Ministerpräsident sofort die Bezirksregierung, die aus ihrerseits wiederum die Stadt zur Rechenschaft zog. Stadtdirektor Bollhorst gestern zur NW: „Der Müll in der Schopke ist ein altes Problem. Wir haben uns seit Jahren damit herumschlagen müssen. Aber im Frühjahr wird die Schopke wieder sauber sein. Die Maßnahmen sind bereits eingeleitet worden.“

Bollhorst wies in dem NW-Gespräch ferner darauf hin, daß nicht nur die wilde Müllkippe, sondern auch bei starken Regenfällen das Überlaufen des Mischwasserkanals zu prekären Situationen geführt habe. Bollhorst: „Trotz unserer Verbote wird immer wieder Müll abgelagert, obwohl die Halde bereits seit Jahren geschlossen ist. Erst in den letzten Tagen haben wir wieder frische Wagenspuren entdecken können.“ Bereits seit Frühjahr 1978 sei man um eine Lösung bemüht gewesen, erklärte Bollhorst. Damals habe die Regierung die Stadt aufgefordert, das gesamte Schopketal auszubaggern. Das sei jedoch praktisch nicht möglich gewesen. Davon habe er die Regierung auch überzeugen können. Als Schutzmaßnahme sei das Bachbett sicherer gemacht worden. Auch an den Böschungen seien Veränderungen vorgenommen worden, um ein Übertreten der Abwässer zu verhindern.

Vor einer Woche habe die Stadt nach der Eingabe des Anliegers jedoch die Auflage bekommen, sämtliche abgelagerten Abfälle zu beseitigen und das Gelände mit neuem Mutterboden aufzufüllen und einzusäen. Darüber hinaus müßten sogenannte Halbschalen angelegt werden, um das Regenwasser aufzufangen. Die vierte Forderung der Regierung sei das Freilegen des Quellgebietes. Bollhorst: „Diese Forderungen werden Punkt für Punkt erfüllt. Wir werden allerdings nicht umhinkönnen, einige Bäume zu fällen, da wir sonst mit den großen Maschinen, die für diese Arbeiten eingesetzt werden müssen, gar nicht an das Gelände herankommen.“

Bollhorst wehrte sich gegen den Vorwurf, das Trinkwasser der Schopke sei möglicherweise durch die Müllkippe verseucht. Der Stadtdirektor: „Die beiden Brunnen werden sorgfältig gepflegt und gewartet. Darüber hinaus wird die Anlage regelmäßig vom hygienisch-bakteriologischen Institut in Bielefeld überwacht.“ Der Verwaltungschef räumte ein, daß es gelegentliche, geringfügige Beanstandungen gegeben habe, die jedoch sofort geklärt worden seien. Der größte Anteil an Trinkwasser auch für die Altstadtbewohner komme schon jetzt aus dem Süden. Um die Wasserqualität möglichst gleichbleibend für alle Ortsteile zu halten, werde das Wasser aus den drei Helpuper und drei Lipperreiher sowie den beiden Schopkebrunnen häufig gemischt.