Erich Diekhof: Mit Gerätehaus wird noch in diesem Jahr begonnen

Jahreshauptversammlung der Oerlinghauser Feuerwehr - Kreisbrandmeister zeichnete düsteres finanzielles Bild

 

Oerlinghausen (dis). Ein „volles Haus“ konnte Wehrführer Helmut Tölleke im Kastanienkrug bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Oerlinghausen begrüßen, zu der er seine Kameraden eingeladen hatte. Bürgermeister Erich Diekhof, Stadtdirektor Bollhorst, Kreisbrandmeister Horst Dahling und Ordnungsamtsleiter Dieter Heitmann ließen es sich ebenfalls nicht nehmen, an der Generalversammlung, die von der Feuerwehrkapelle musikalisch umrahmt wurde, teilzunehmen.

Der Bürgermeister nutzte die Gelegenheit und überbrachte den Blauröcken die herzlichen Grüße des Rates, nicht ohne nochmals auf das gute Verhältnis zwischen Feuerwehr und Bürgervertretung hinzuweisen.

Ein dickes Versprechen machte Diekhof den Wehrmännern darüber hinaus: „Ich bin guten Mutes, daß wir in diesem Jahr endlich mit dem Bau des Feuerwehrgerätehauses beginnen können. Damit dürfte sicherlich ein langgehegter Wunsch in Erfüllung gehen.“

Kreisbrandmeister Dahling freute sich besonders, in den Reihen der Oerlinghauser Blauröcke auch die Werkwehr der Firma Hanning begrüßen zu können: „Ihre Anwesenheit zeugt von der Verbundenheit der Wehren in der Bergstadt.“ Ein weniger erfreuliches Bild zeichnete der Kreisbrandmeister von der finanziellen Lage der Feuerwehren im Kreis Lippe. Nur 500.000 Mark seien im letzten Jahr an Zuschüssen geflossen.

1,5 Millionen Mark hätte man aber gebraucht. Noch düsterer sieht es im laufenden Jahr aus. Horst Dahling: „Bis zum heutigen Zeitpunkt stehen ganze 14.500 Mark beim Kreis Lippe für alle Feuerwehren zur Verfügung – ein unhaltbarer Zustand. Wenn diese Misere, über die ich dem Oberkreisdirektor bereits berichtet habe, anhält, sehe ich für die Zukunft schwarz.“

Keine sicheren Zusagen wollte Dahling deshalb auch nicht über das dringend benötigte Tanklöschfahrzeug für die Oerlinghauser Wehr machen: „So ein Fahrzeug ist dem Kreis einfach zu teuer. Ich werde mich aber trotzdem für die Anschaffung einsetzen.“

Im Jahresbericht, den Wehrführer Tölleke anschließend vortrug, konnte die Freiwillige Feuerwehr Oerlinghausen auf eine runde Jahresbilanz zurückblicken. Die 35 aktiven Mitglieder des Löschzuges Oerlinghausen und die 36 Aktiven des Löschzuges Helpup hatten im Jahr 1977 insgesamt 1.406 Einsatzstunden geleistet, dazu kommen noch 153 Einsatzstunden der Jugendfeuerwehr und 12 öffentliche Auftritte des Musikzuges. 25 mal mußte die Wehr zur technischen Hilfeleistung ausrücken, einen Großbrand galt es zu löschen, darüber hinaus drei Mittelbrände und zwölf Kleinbrände. Die beiden Löschzüge, der Musikzug und die Jugendgruppe umfassen nach Angaben des Wehrführers insgesamt 165 Mitglieder.

Zum Schirrmeister wählte die Versammlung abschließend Heinz Berk, der stellvertretende Wehrführer Helmut Husung wurde zum Sicherheitsbeauftragten ernannt.