Stadtwerke-„Hochpunkt“ fertiggestellt

Ausgleichsanlage wird in einigen Jahren rundum bewachsen sein

 

Oerlinghausen. Wer vom Scherenkrug nach Oerlinghausen fährt, sieht rechts vor dem Menkhauser Berg eine Behälteranlage, die das Wasserwerk der Bielefelder Stadtwerke dort errichtet hat. In den letzten Tagen des alten Jahres ist die Anlage endgültig fertiggestellt worden. Zur Umzäunung beider Behälter kamen Anpflanzungen, und die Anlage fügt sich nun harmonisch in das Landschaftsbild ein. Da der Wald ringsum wieder aufgeforstet worden ist, wird sie nach einigen Jahren nur noch von Passanten des unmittelbar angrenzenden Weges zu sehen sein.

Auf unserem Bild rechts sieht man einen geschlossenen Frischwasserbehälter, der etwa eine Million Liter faßt. Die Einspeisung des Frischwassers erfolgt aus den Wassergewinnungsgebieten der Senne, die Abgabe in Richtung Stadt Bielefeld. Wird kurzfristig mehr Wasser entnommen als aus der Senne nachgepumpt werden kann, entleert sich der Behälter. Er wird wieder aufgefüllt, wenn die Pumpenleistung aus den Gewinnungsgebieten die Abnahmemenge übersteigt. Aus diesem Vorgang erklärt sich die Bezeichnung „Ausgleichsbehälter“. Im Bild links ist ein oben offenes Abwasserbecken zu sehen. Auch dies faßt maximal 1.000 Kubikmeter und hat ebenfalls Ausgleichsfunktionen. Eingespeist wird mit biologisch gereinigtem Abwasser aus der Kläranlage der Stadt Bielefeld in Heepen. Der Ablauf des Abwassers vollzieht sich in Richtung Senne, wo ein Verwertungsverband das Abwasser außerhalb der Gewinnungsgebiete auf Grünflächen und Äckern verrieselt. Die Senne erhält damit die entnommenen Wassermengen zurück, und der erforderliche wasserwirtschaftliche Ausgleich ist gewährleistet.

Überwunden werden muß in beiden Wasserlaufrichtungen der Teutoburger Wald, der die Wasserscheide zwischen den Einzugsgebieten von Weser und Ems bildet. Um die Förderhöhe zu verringern und damit laufende Pumpkosten zu sparen, bauten die Stadtwerke durch den Menkhauser Berg zwischen dem Schopketal und der im Bild sichtbaren Behälteranlage einen 350 Meter langen Tunnel, durch den die Frischwasser- und Abwasserleitungen verlegt sind.

Die Wassergewinnungsgebiete der Senne liegen zwischen 120 und 140 Meter, der Hochpunktbehälter Oerlinghausen zirka 200 Meter über dem Meeresspiegel. Die Versorgungsbehälter im Bereich der Stadt Bielefeld liegen 310 Meter hoch. Die in den Wasserwerken der Senne arbeitenden Frischwasserpumpen pumpen lediglich bis zum Hochpunkt Oerlinghausen. Von dort aus fließt das Frischwasser dann mit eigener Fallkraft zu den Behältern der Stadt. Das Pumpwerk Heepen drückt das biologisch geklärte Abwasser in die Gegenrichtung bis zum Hochpunkt Oerlinghausen, von wo es dann ohne Pumpleistung in die Verrieselungsgebiete der Senne abläuft. Jede der beiden Leitungen ist rund 20 Kilometer lang, und für beide mußten die Stadtwerke rund 13 Millionen DM investieren.

Außer der hier erwähnten sogenannten „zweiten Förderleitung“ führt die erste Frischwasserförderleitung etwa parallel zur Bundesstraße 68 aus den Gewinnungsgebieten der Senne in die Verbrauchergebiete in Stadt und Land.

 

Um auch den Abnehmern an den Hängen des Teutoburger Waldes, die höher als 160 Meter über dem Meeresspiegel wohnen, den erforderlichen Wasserdruck zu verschaffen, unterhält das Wasserwerk in den Behälteranlagen Sparrenberg und Waldstraße Zwischenpumpen, die Frischwasser in die Hochbehälter an der Jugendherberge in der Bielefelder Schweiz und am Kalderberg pumpen.

[Bild: Foto: Stadtwerke]