Bei großem Unterhalt der kleine Unterschied
Das „Kostenbild“ des Umgehungstunnels - LSBA-Sachstand: „Zugeständnisse“ für 6 Millionen
Oerlinghausen (). Ob ein Einheitspreis von 19,20 Mark pro Kubikmeter Erdarbeit oder ein Ansatz von 14 Mark: Die Baukosten des 500-Meter-Tunnels für die Umgehungsstraße ändern sich nur unwesentlich. Im Falle 19 sollen es knapp 32,1 Millionen sein, im Fall 14 nur eine halbe Million weniger. Das geht aus einer Zusammenstellung von Tunnellängen und Kosten hervor, die der Leiter des Landesstraßenbauamtes, Hans-Josef Schliesing, jetzt in einer Pressekonferenz als Teil einer „Sachstandes“ zur Planung der L 751 in der Bergstadt vorlegte. Diese Kosten-Längen-Wirtschaftlichkeits-Ermittlung war bereits Gegenstand jenes Gespräches, daß das LSBA am 14. September im Oerlinghauser Rathaus mit den Fraktionsvorsitzenden geführt hatte, mit dem Vorschlag zum 258-Meter-Tunnel; von den Planern bereits seit Mai als „wirtschaftlich vertretbar“ angesehen.
Folgende (gerundete) Kostenbilder werden im Sachstandspapier für die Umgehungsstraße Oerlinghausen vorgetragen, in das die kapitalisierten Unterhaltungskosten für die Tunnelstrecke bereits eingerechnet sind (der voraussagte hohe Unterhalt darf mit als gewichtiger Grund gelten, daß sich das Kostenbild trotz unterschiedlicher „Einschnitts“-Kosten bei den großen Tunnelstrecken relativ geringfügig ändert). Für den Fall 19 Mark: Planfeststellungslinie, 170 Meter 24,4 Millionen; 264 Meter 23,4 Millionen; Abgesenkte Hochlage, 325 Meter 24,0 Millionen; Tieflage, 500 Meter 31,4 Millionen; 500 Meter 32,1 Millionen. Das Bild bei 14 Mark: Planfeststellungslinie, 170 Meter 22,8 Millionen; 240 Meter 21,8 Millionen; Abgesenkte Hochlage, 260 Meter 22,1 Millionen; 430 Meter 28,3 Millionen; 500 Meter 31,624 Millionen Mark. Dazu muß laut Schliesing noch ein Sockelbetrag gerechnet werden, um die Kosten für die gesamte Baustrecke zu erhalten. Dieser Sockelbetrag sei ebenfalls abhängig von den Einschnittskosten. Bei 19 Mark sind es etwa 22,5 Millionen, bei 14 Mark 21,3.
Schliesing listete gleichzeitig die Kosten von Planungsänderungen „zugunsten“ der Stadt Oerlinghausen auf: Danach sollen die Sonderwünsche Anschluß Hellweg, Anschluß Stukenbrocker Weg, Kreuzung Heideweg und die Kreuzung Kreisstraße (ohne Behelfsumfahrt) zusammen fast 6 Millionen Mark ausmachen. Wobei das Sachstandspapier anmerkt, daß beide Kreuzungen „verkehrlich nicht notwendig“ waren. Zu weiteren Wünschen und Problemen:
„Mit einem weiteren Zugeständnis der Straßenbauverwaltung ist im Falle der Fußgängerbrücke im Bereich des Einschnittes an der Hanegge zu rechnen, wenn die Stadt Oerlinghausen die Notwendigkeit dieser Brücke zu belegen vermag. Hauptpunkt der Kritik der Stadt Oerlinghausen ist bei der abgesenkten Hochlage der Planfeststellungslinie die Höhe der neuen Straße im Kreuzungsbereich mit dem Landerweg und der Zufahrt Penassa. Die Situation in diesem Bereich kann durch weitere Veränderung in einer sogenannten zweiten abgesenkten Hochlage (Anm. der Red.: in den obigen Kostenbildern einfach als abgesenkte Hochlage bezeichnet) so verbessert werden, daß die Dammhöhe im Bereich Penassa von 10,30 Meter auf 8,10 Meter reduziert wird. 117 Meter weiter nördlich läge diese zweite abgesenkte Hochlage bereits 1 Meter unter dem vorhandenen Gelände gegenüber einer Höhenlage der Planfeststellungslinie von 4,70 Meter über Gelände.“