Thema Umgehungsstraße
Leserbrief
Zum Leserbrief von Herrn Helbert ist folgendes zu sagen:
Vorweg muß bemerkt werden, daß der Einsender, Herr Fritz Helbert, Anlieger des Landerweges ist und somit selbstverständlich sich selbst den Lärm vor der Haustür wegkehren möchte. Dazu ist die Alternativtrasse der FDP angetan, die Trassenführung um den Menkhauser Berg vorgeschlagen hat. Herr Helbert ist der Auffassung, daß vor der Ratssitzung ein jeder der beteiligten Ratsherren die geplante Trassenführung durch den Berg in Augenschein hätte nehmen sollen. Ich würde Herrn Helbert und der FDP-Fraktion empfehlen, den Wanderweg „unterhalb des Menkhauser Berges“ einmal in der vorgeschlagenen Art und Weise in Augenschein zu nehmen. Dann würde auffallen, daß diese Planvorstellung der FDP eines der schönsten Wandergebiete vor den Toren Oerlinghausens für alle Zeiten zerstört. Auch die Auffassung, daß das Schopketal nur von weitem berührt würde, trifft nicht zu. Durch die Verlegung der Trasse auf die Schopketal-Seite wird zwangsläufig der zu erwartende Verkehrslärm das Schopketal zumindest im oberen Bereich für alle Zeiten zerstören, und das kann Herr Helbert doch wohl nicht gewollt haben. Vielleicht sollten sich alle Verantwortlichen Oerlinghausens darüber im klaren sein, daß sie eine Umgehungsstraße begehren, die meines Erachtens überhaupt nicht notwendig ist. Die Verkehrszählung hat ergeben, daß z. B. über die 751 in die Holter Straße 5.155 Kraftfahrzeuge einfahren, als Vergleich hierzu:
In Bielefeld wurden gezählt bei Verkehrserhebungen an innerstädtischen Straßen, nämlich:
der Jöllenbecker Straße am Zählpunkt Melanchthonstraße 19.133 Verkehrseinheiten; der Detmolder Straße am Zählpunkt Stieghorster Straße 25.325 Verkehrseinheiten; der Stapenhorststraße im Durchschnitt 19.558 Verkehrseinheiten; am Adenauer-Platz ca. 60.000 Verkehrseinheiten.
Wobei bei dieser Zählung in Bielefeld nicht einmal der Nachtverkehr, so wie in Oerlinghausen, mitgezählt wurde. Außerdem sollte man sich vor Augen halten, daß durch die Planung der Umgehungsstraße Oerlinghausens eine großzügige Verbindung geschaffen wird zwischen der B 61 und B 68, die mit Sicherheit erheblich mehr Verkehr in den Oerlinghauser Raum bringt, als dieses jetzt der Fall ist, und es dann mit dem Wunsche der Stadt Oerlinghausen, doch noch ein Luftkurort zu werden, endgültig Schluß sein dürfte. Unverständlich bleibt mir immer wieder, wieso man den Argumenten des Landschaftsbeirates, der weder an der Robert-Koch-Straße noch am Landerweg wohnt - sondern in Bünde - nicht genügend Beachtung schenkt. Man kann doch wohl davon ausgehen, daß die Stellungnahmen des Landschaftsbeirates dazu angetan sind, unterschiedliche Auslastungen der Oerlinghauser Bürger zu beseitigen und den Verhältnissen des Verkehrs und der Landschaft gerecht zu werden.
Hans-Günter [Lehlau?]
48 Bielefeld 1
Friedenstraße 4-6