Löschwasser und Brunnen

Leserbrief an die NW

 

Fritz Soll, Freizeithistoriker aus dem Landerweg 6 in Oerlinghausen, befaßt sich im nachfolgenden Leserbrief mit dem Brunnen am Simonsplatz und geht dabei auf die geschichtlichen Zusammenhänge ein. Er bezieht sich dabei auf Äußerungen des Bauamtes zu einem Artikel vom 16. November 1991:

Mit Erstaunen las ich die Äußerungen des Bauamtes: „Kein Brunnen am Simonsplatz.“ Richtig ist, daß dort um die Mitte des vorigen Jahrhunderts ein Interessentenbrunnen gebaut wurde. Da dieser Brunnen infolge der alten Steinbrüche, die sich entlang der Bergseite an der Hauptstraße hinzogen, wenig Wasser führte, bekam er einen Anschluß an das Löschwasserbassin auf dem Simonsplatz. Dieses Löschwasserbassin war Endpunkt der Holzwasserleitung, welche ihren Anfang am Kalderberg hatte und um 1850 gebaut wurde.

Im April 1913 wird von der Dorfvertretung die Schließung dieser alten Holzwasserleitung beschlossen, ebenso der sofortige Abbau der Pumpen. Im Oerlinghauser Postkartenalbum kann man auf Seite 24 noch deutlich den abgedeckten Brunnen erkennen. Ebenso besitzt das Stadtarchiv noch ein Bild, auf dem im heißen Sommer 1911 die Pumpe von Wasserholern umlagert war.