Diesmal hatte sie noch 4 Promille Blutalkohol
Alkoholikerin wurde erneut aufgegriffen
Oerlinghausen. Am Montagabend wäre sie auf einer Parkbank fast erfroren, Mittwochnachmittag griff sie die Polizei erneut auf: Ina K. (33) hatte diesmal einen Blutalkoholgehalt von vier Promille. Die NW berichtete gestern darüber bereits auf der „Weser-Rhein-Seite“.
Die Frau hatte ein bundesweites Medieninteresse ausgelöst (Selbst die seriöse FAZ berichtete darüber), nachdem sie von Polizeibeamten auf einer Parkbank gefunden wurde. Schal und Jacke waren bereits festgefroren.
Eine Notärztin stellte eine Körpertemperatur von nur noch 33 Grad, also eine deutliche Unterkühlung, fest. Ina K. wurde sofort wieder ins Klinikum Detmold gebracht, wo sie schon am Montagmorgen mit einem Blutalkoholwert von 5 Promille eingeliefert worden war.
Die Frau hatte jedoch eigenmächtig das Krankenhaus verlassen. Eine intensive Suche blieb zunächst erfolglos, bis man sie schließlich abends auf der Parkbank entdeckte.
Obwohl sie nur knapp dem Tode entgangen war, flüchtete sie am Mittwochnachmittag erneut aus dem Krankenhaus. Aufgegriffen wurde sie schließlich in der „Müllerburg“, wo sie eigentlich einen sozialen Dienst verrichten sollte, der ihr per Gerichtsurteil anstelle einer drohenden Haftstrafe auferlegt worden war.
Die 33-jährige lebt seit etwa einem Jahr in Oerlinghausen und hat in einer städtischen Obdachlosenunterkunft am Landerweg ein Zimmer.
Sie hat sich in den vergangenen zwölf Monaten jedoch überwiegend in Bielefeld aufgehalten und ist erst im November nach Oerlinghausen zurückgekehrt. Wegen kleinerer Delikte soll sie bereits in der Justizvollzugsanstalt gesessen haben. Auch in die Psychiatrie wurde sie bereits eingewiesen. Krankenhäuser, in die sie wegen Alkoholvergiftungen gebracht wurde, hatte sie regelmäßig wieder verlassen, sobald sie auch nur „einigermaßen wieder klar“ war.
Die Behörden sind machtlos. Solange sich die Frau nicht freiwillig einer Alkohol-Therapie unterziehe, könne man ihr nicht helfen, hieß es gestern. Auch Pressesprecher Udo Goldbeck von der Kreispolizei Lippe weiß in diesem speziellen Fall keinen Rat: „Wir sind zur Hilfeleistung und Gefahrenabwehr da. Wenn jemand das Krankenhaus verläßt und sich anschließend wieder betrinkt, können wir nichts unternehmen.“