Heute die Busschleuse, früher die Misttore
Auch in der Vergangenheit gab es Probleme mit Sperrungen von Wegen - Manfred Hellmann blättert in alten Akten
Oerlinghausen. Fast jeder aktuelle Ärger findet in der Oerlinghauser Historie eine Entsprechung. Heute wird um die Busschleuse am Stukenbrocker Weg gestritten, früher um das Misttor an der Marktstraße. Die Misttore, von denen es fünf gab, sollten nachts das Bergdorf abschotten und vor unerwünschten Gästen schützen.
1709 führten die Grester beim Amtsvorstand Oerlinghausen erbitterte Klage, weil sie Schwierigkeiten hatten, wenn sie im Winter ihre Toten in Oerlinghausen beerdigen mußten. Sie mußten zwangsläufig durch das südliche Misttor, die Misttorschlinge.
Zusätzlich wurde die „Strode“ durch das Wasser unpassierbar. Für den Landbesitzer, den Meier zu Barkhausen, nur ein „Wässerchen“, das aus der Steingrube zur damaligen Barkhauser Straße floß.
Barkhausen bekam die Auflage, das „Wässerchen“ anders abzuleiten. Da sich der Besitzer aber weigerte, gab es einen jahrzehntelangen Streit.
1734 argumentierte der Gutsbesitzer in einer Klageerwiderung, das durch das Misttorschling laufende „Wässerchen“ gebe seinen Teichen „das nötige Wasser“. Außerdem sei es für die Mühle und zur Bewässerung des Wiesengrundes notwendig. Es sollte bis 1928 dauern, bis es verzahnt zur Weberei Carl Weber & Co. geleitet wurde.
Die Misttore waren einfache große Holztore vor einer Schling. Darunter verstand man einen geschlungenen Weg, der durch einen Hainbuchen-Knick, den Landwehr, führte. Daher hießen die Torwärter, die manchmal auch nur einen Schlagbaum zu bedienen hatten, auch Schlinghüter. Oerlinghausens Chronist August Reuter erläutert, daß die heutige Marktstraße Teil der Landstraße war, die nach Detmold führte, denn die Detmolder Straße sei erst 1830 angelegt worden. Die vier anderen Oerlinghauser Landwehren gab es zwischen Barkhausen und dem Wistinghauser Hinterberg, an der Holter Straße in Höhe des Sportplatzes hinter Menkhausen, wo es zum Königshof nach Gräfinghagen (der heutigen Lämershagener Straße) und schließlich am Steinbült „in der Landwehr“, woran der Landerweg […..]: „Die Landwehren des lippischen Waldes“ geschrieben, die 1899 vom historischen Verein Bielefeld publiziert wurde.