Die Last der Altlasten drückt die lippischen Gemeinden schwer
Altlasten im Kreis Lippe sind derzeit in der Beobachtung - Leopoldshöhe liegt mit sechs Altlasten an letzter Stelle
Oerlinghausen/Leopoldshöhe (?). Die Untersuchung der Altlasten in den 16 Städten und Gemeinden des Kreises Lippe wird sich aller Voraussicht nach noch bis in die zweite Hälfte der 90er Jahre hinziehen. Wie Pressesprecher Klaus Kuhlmann auf Anfrage der NW mitteilte, hat der Kreis zur Zeit etwa 520 Altlasten registriert, von denen sich 200 „in der Gefahrenabschätzung befinden“. Leopoldshöhe nimmt mit 6 Altlasten den letzten Platz aller Gemeinden im Kreis Lippe ein, Spitzenreiter ist Bad Salzuflen mit 87, in Oerlinghausen sind 18 bekannt.
Der Kreis, der für die Überprüfung der Altlasten zuständig ist, arbeitet auf diesem Gebiet eng mit den Gemeinden zusammen. Das ist auch notwendig, denn erst durch dieses Zusammenwirken ist es möglich, eine genaue Urteilsanalyse zu erstellen. Häufig reichen die vorhandenen Akten nicht aus, so daß Bürger in der Nachbarschaft von Altdeponien befragt werden müssen, was möglicherweise einmal vor Jahrzehnten an diesem oder jenem Ort abgelagert worden ist.
Der Arbeitsgemeinschaft, die der Kreis Lippe gebildet hat, gehören auch Fachleute des Regierungspräsidenten und des Staatlichen Wasserwirtschaftsamtes in Minden an. Die Arbeitsgemeinschaft Altlasten tagt regelmäßig drei- bis viermal im Jahr, um Erfahrungen auszutauschen.
Die Untersuchung der Altdeponien kostet den Kreis jährlich rund 200.000 Mark. Neue Techniken und Meßverfahren, die ständig entwickelt werden, machen es leichter, Altdeponien und deren Inhalte aufzuspüren. Dennoch reichen die drei Experten, die schwerpunktmäßig beschäftigt sind, kaum aus, um die Aufgaben zu bewältigen. „Bis die letzte Deponie untersucht ist“, so Pressesprecher Klaus Kuhlmann, „wird es noch etwa fünf bis zehn Jahre dauern.“
Rund 200 Deponien haben inzwischen die Gefahrenabschätzung durchlaufen, wobei natürlich alle 520 zunächst einmal auf akute Gefährdungen „abgeklopft“ wurden. Von keiner der bisher entdeckten Deponien geht eine unmittelbare Gefahr aus. Fünf Altlasten sind jedoch in „ständiger Beobachtung“, so daß die Experten jederzeit Sanierungsmaßnahmen einleiten können, falls es wirklich einmal „brennen“ sollte.
[Bild: Auf dem von Wildkraut überwucherten Gelände am Hotel Römer werden regelmäßig Proben entnommen. Eine Sanierung ist vorgesehen, wann sie kommt, steht allerdings noch nicht fest.]