Dreh- und Angelpunkt der L 751 ist die Reduzierung des Tunnels
Statt 560 Meter soll der Tunnel nur noch 280 Meter lang werden - Fachleute: „Nur kosmetische Korrekturen“ / Bald Anhörungstermin
Oerlinghausen (Pfeif.). Nur im Bereich Landerbusch gibt es nach den neuen Vorstellungen des Landesstraßenbauamtes echte Verbesserungen. Die übrigen Vorschläge, die das Landesstraßenbauamt für die L 751n neu gemacht hat, und die in der Zeit vom 13. bis 16. September beim Anhörungstermin zur Diskussion stehen, beinhalten nach Ansicht von Fachleuten nur kosmetische Korrekturen. Die wichtigste Änderung, den Tunnel auf 280 Meter statt bisher 560 Meter - die NW berichtete darüber - zu reduzieren, wird von vielen als „völlig unverständlich“ angesehen.
Die neuen Pläne sehen im einzelnen folgende Änderungen vor: In Lipperreihe wird statt der am 13.6.1981 vorgestellten Überbrückung der Dalbker Straße mit dem Knotenpunkt Heideweg/L 751n neu eine niveaugleiche Straßenkreuzung vorgeschlagen.
Im Bereich der Siedlung Immenkamp sind am verlängerten Stukenbrocker Weg lärmtechnische Einzelberechnungen durchgeführt worden. Nach diesen theoretischen Berechnungen sind nach Meinung des Landesstraßenbauamtes bei keinem einzigen Gebäude in der Siedlung die Voraussetzungen für Lärmschutzmaßnahmen erfüllt. Die gleichen theoretischen Berechnungen wurden auch für das Wochenendgebiet auf einer Länge von 410 Metern angestellt. Hier allerdings sind nach derzeitigen Plänen Lärmschutzmaßnahmen vorgesehen.
Die wohl gravierendste Änderung gegenüber der bisherigen Planung ist im Bereich des Menkhauser Berges festzustellen. Der Tunnel soll um die Hälfte reduziert werden. Damit tritt das ein, was Umweltschützer schon vor zwei Jahren befürchtet hatten, nämlich daß „um jeden Tunnelmeter“ gefeilscht werde. Ein 280-Meter-Tunnel bedeutet eine Absenkung der Gradiente der L 751n neu im Bereich der planfreien Kreuzung L 751/Landerweg von ursprünglich 10,30 Meter auf 5,10 Meter Höhe. Am Tunneleingang zeigt die ursprüngliche Planung noch eine Dammhöhe von 4,70 Metern. Der neue Entwurf weist eine Tieflage von einem Meter unter Geländeniveau aus. Durch die neue Dammhöhe wird der ursprünglich geplante 61 Meter lange Landerbergtunnel auf etwa 17 Meter reduziert.
Nach den Berechnungen des Landesstraßenbauamtes kann neben der Dammverkleinerung im Bereich Landerweg nicht gleichzeitig eine Gradientenabsenkung südlich des Menkhauser Berges bis zum Anschluß Stukenbrocker Weg verwirklicht werden. Das Landesstraßenbauamt soll im übrigen darauf hingewiesen haben, daß „der 280-Meter-Tunnel das letzte Angebot“ sei.
Im Bereich Schulzentrum/Lämershagener Straße/Hanegge entfällt eine niveaugleiche Fußgängerbrücke, so daß der Rundwanderweg in der Nähe des Gutes Menkhausen unterbrochen ist. Als Ersatz bietet das Landesstraßenbauamt dagegen einen Fußweg parallel zur neuen Straßentrasse mit einem Tunnel im Bereich Kläranlage/Schulzentrum an.