Fritz Soll sen. feiert heute 70. Geburtstag
Liebenswerter Chronist der Heimatgeschichte
[Bild: Fritz Soll sen., der heute 70 Jahre wird, in seinem Arbeitszimmer. Foto: Klingebiel]
Oerlinghausen. Zur Zeit arbeitet er an einem Verzeichnis der „Kolonats-Nummern“ für Oerlinghausen. Wenn er das abgeschlossen hat, kann er genau und auf Anhieb sagen, wer vor 250 Jahren wo in Oerlinghausen gewohnt hat. Fritz Soll, liebenswerter Chronist der Geschichte der Bergstadt Oerlinghausen und NW-Lesern als Autor zahlreicher ortshistorischer Artikel bestens bekannt, verspricht sich davon eine erhebliche Erleichterung seiner mühseligen Aktenarbeit im Detmolder Staatsarchiv. Im Laufe der Jahrhunderte hat es bei der Vergabe der Hausnummern unzählige Veränderungen gegeben und jede Hausnummern-Angabe in den Akten bedarf bis jetzt noch gehöriger Nachforschungen, um die genaue Örtlichkeit festzustellen.
Fritz Soll, der heute mit seiner Familie im Haus Landerweg 6 seinen 70. Geburtstag feiert, hat sich erst im Rentenalter seiner Leidenschaft, der Heimatgeschichte, widmen können. Obwohl er sich, wie er versichert, schon als junger Mann für die Geschichte im allgemeinen und die seiner Heimatstadt Oerlinghausen im besonderen sehr interessiert habe.
Am Steinbült, nur wenige Meter vom Landerweg 6 entfernt, ist Fritz Soll geboren worden. In Oerlinghausen besuchte er die Volksschule, absolvierte eine Lehre als Nähmaschinenmechaniker. Nach den Kriegswirren, die ihn unter anderem nach Kiel verschlugen, wo er seine Frau Regina [Anmerkung FSj.: Erna, Regina ist die Schwiegertochter] kennenlernte und 1942 heiratete, kehrte Fritz Soll wieder nach Oerlinghausen zurück. Bei der Firma Weber arbeitete er in seinem alten Beruf, setzte sich als Betriebsrat für die Interessen seiner Kollegen ein und war, ab 1961, 14 Jahre lang als Ratsmitglied der SPD kommunalpolitisch tätig.
Erste Tuchfühlung mit den Akten des Stadtarchivs nahm Fritz Soll als Mitarbeiter in der Druckerei der Stadtverwaltung auf, wo er nach der Schließung der Weberei ab Mitte der 70er Jahre bis zum Ruhestand tätig war. Als Rentner konnte Fritz Soll dann seinen geschichtlichen Forschungsdrang vollends entfalten. Immer öfter verschwand er zu Hause im „grünen Zimmer“, wo sich einschlägige Literatur zu türmen begann, um die Ergebnisse seiner Recherchen zu Papier zu bringen. Das Stadtarchiv ist ihm vertraut wie die berühmte Westentasche, im Detmolder Staatsarchiv kennen ihn die Bibliothekare ebenfalls als rastlosen und unermüdlichen Stöberer. Gern vergewissert sich der gewissenhafte Chronist in bestimmten Fragen auch des fachkundigen Rats seiner Freunde beim Stammtisch „Alt Oerlinghausen“, den er vor acht Jahren begründete und der seitdem regelmäßig in den Altdeutschen Bierstuben tagt.
Fritz Soll sen., das lebendige Geschichtsbuch der Bergstadt, wird oft und gern hinzugezogen, wenn es um das Abfassen ortsgeschichtlicher Publikationen geht. Die Chronik „100 Jahre SPD in Oerlinghausen“ verdankt seiner Mitarbeit ebenso viel wie die Schützen-Chronik, die demnächst erscheinen soll.
Vier Töchter, ein Sohn, zehn Enkel und drei Urenkelkinder werden neben vielen anderen Gästen heute am Landerweg dafür sorgen, daß Fritz Solls 70. Geburtstag gebührend gefeiert wird. Die Redaktion schließt sich mit Wünschen für beste Gesundheit und ungebrochene Schaffenskraft an.
Thomas Klingebiel