Keine Belastungen für die Stadt beim Bau der Umgehungsstraße
Ausschußvorsitzender Adolf Bembenek - Landesstraßenbauamt sieht es anders
Oerlinghausen ([…..]). „Wir sind davon ausgegangen, daß uns die Umgehungsstraße keinen Pfennig kostet. Jetzt sollen wir doch zahlen. Da müssen wir gegenüber dem Landesstraßenbauamt hart bleiben“, konterte Ausschußvorsitzender Adolf Bembenek, als Bauamtsleiter Potthast verschiedene „Nebenkosten“, die allerdings Millionenhöhe erreichen können, offerierte. „Wir haben kein Polster im Haushalt, um diese Gelder zu übernehmen. Das ist auch ein Grund dafür, warum die CDU gegen den Bau eines Jugendzentrums gestimmt hat“, erläuterte Bembenek die Position seiner Partei. Das Thema Umgehungsstraße, in dem es speziell um kreuzende Wege und Straßen ging, soll jetzt intensiv in den Fraktionen beraten werden, bevor die Angelegenheit erneut im Ausschuß diskutiert wird.
Insgesamt 12 dieser Wege sind im Verlauf der Straße zwischen Lipperreihe und Asemissen vorgesehen. Problematisch werde es, so kündigte Potthast an, schon im Bereich des Heideweges. Hier war zunächst eine Überführung der alten Holter Straße geplant. Die neuen Pläne sehen jetzt jedoch eine Verbindung der Dalbker Straße mit der Holter Straße vor, wobei durch ein „Ohr“ der Heideweg angebunden werden soll. Potthast: „Vorteil dieser neuen Planung: Wir brauchen weniger Fläche.“ Vorgesehen sei auch ein kombinierter Rad- und Fußweg, für den allerdings die Stadt nach Meinung des Landesstraßenbauamtes die Kosten übernehmen müsse.
Adolf Bembenek: „Wir haben uns damals für eine Brücke entschieden, um den Verkehr aus Lipperreihe herauszunehmen.“ Auf die Frage von Klaus Benz (SPD), wie teuer denn ein Brückenbauwerk sei, antwortete Potthast: „Allein die Brücke wird eine Million Mark kosten. Das würde der höchste Kostenfaktor für die Stadt werden, denn das Landesstraßenbauamt ist der Ansicht, daß wir diese Ausgaben übernehmen müssen.“ Die Bauausschußmitglieder vertraten jedoch genau wie der Bauamtsleiter die Ansicht, daß man nichts unversucht lassen dürfe, um diese Kosten dem Land aufzubürden.
Ausschußmitglied Detleff (FDP) zeigte sich für eine Absenkung der Umgehungsstraße ein, um die Lärmbelastung für Lipperreihe so gering wie möglich zu halten. Bauamtsleiter Friedel Potthast teilte in diesem Zusammenhang mit, daß der Verkehr für Lipperreihe nach der Prognose des Gutachters Hinterleitner geringer werde, wenn die Umgehungsstraße erst einmal in Betrieb sei.
Der Hellweg soll plangleich über die neue Straße geführt werden. Auch hier gibt es Schwierigkeiten, denn das Landesstraßenbauamt ist - vorerst wenigstens - nur bereit, eine Ausbaubreite bis zu 6,50 Meter zu finanzieren. Potthast: „Der Hellweg ist jedoch insgesamt 7,50 Meter breit. Es wäre geradezu grotesk, wenn wir ihn im Kreuzungsbereich um einen Meter reduzieren würden.“ Die Mehrkosten für die Stadt wären allerdings auch bei einem Restmeter nicht allzu hoch, da dieses Teilstück mit 85 Prozent aus Sondermitteln bezuschusst würde.
Weitere Unter- oder Überführungen sind im Wochenendgebiet und unter dem Menkhauser Berge geplant. Erhalten bleibt in jedem Fall auch der Forstweg am Schützenplatz. Unklar ist noch, ob der Hermannsweg eine Unter- oder Überführung erhält. Der Hohlweg am Landerweg wird voraussichtlich geschlossen, doch ist an eine Verbindung vom Hermannsweg zum Landerweg gedacht. Beim Schopkedamm, der „unterlaufen“ werden soll, will sich die Stadt auch die Möglichkeit eines Rad- und Gehweges offenhalten. Probleme gäbe es dann wieder an der alten Ravensberger Straße, wo in jedem Fall die Zufahrt zum Gut geschaffen werden soll.
Für die […..], einen der beliebtesten Wanderwege vor allem für ältere Mitbürger und Familien mit Kleinkindern, kündigte Potthast zwei Alternativen an: Eine Unterführung, die jedoch landschaftlich stören würde, oder eine 70 Meter breite Brücke, die immerhin den stolzen Betrag von einer halben Million Mark kosten würde. Eine dritte und damit zugleich die preiswerteste Möglichkeit wäre eine geringfügige Verlegung des Wanderweges. Darüber und über die anderen Fragen sollen sich zunächst die Fraktionen eine Meinung bilden.