Umgehungsstraße

Leserbrief an die Neue Westfälische

 

Das mit am meisten betroffene Gebiet bei der geplanten Trassenführung der Umgehungsstraße ist außer dem Steinbült der Landerweg und die dort Wohnenden. Davon wird aber wenig gesprochen. Mit Recht protestieren die Anwohner der Robert-Koch- und Holter Straße gegen den jetzigen dortigen Verkehrslärm. Mit demselben Recht wehren sich die Anwohner Steinbült/Landerweg gegen den Verkehrslärm, der durch die geplante Trassenführung „durch den Menkhauser Berg“ hier entstehen würde. Daher müssen die Anwohner Steinbült/Landerweg verlangen, daß der Menkhauser Berg nicht an der höchsten Stelle durchbrochen, sondern der Berg umgangen bzw. die Trasse weiter westlich verlegt wird, zumal diese Trassenführung wohl nicht teurer sein würde und auch das Schopketal nur von weitem berührt würde. Diese Trasse soll etwa bei der letzten Ruhebank an der Nordseite des Menkhauser Berges verlaufen. Es würde dann auch das schöne große Gelände am Landerweg erhalten.

In der Ratssitzung vom 17.10.1977 wurden von der FDP der Vorschlag des Architekten Oberdieck, von der CDU der Vorschlag eines Tunnelbaues gemacht. Beide Alternativlösungen wurden nicht einmal sachlich zur Diskussion gestellt. Diese Art entspricht nicht den allgemeinen parlamentarischen Regeln. Die Ablehnung wurde damit begründet, es solle nun keine Zeit in der Planung mehr verlorengehen. Vorgesehen war doch wohl in dieser Ratssitzung, zunächst nur darüber abzustimmen, ob die Straße gebaut werden solle oder nicht. Es sollte aber nicht schon die Trassenführung endgültig festgelegt werden. Dies ist aber geschehen. Seit 15 Jahren wird dieses Straßenproblem bearbeitet. Aber erst vor ca. einem halben Jahr ist durch eine Verkehrszählung festgestellt worden, daß erst aufgrund dieses Ergebnisses der Zählung gebaut werden darf. An der Südseite des Berges hat man sich entschieden, im Interesse der Südstadt und Lipperreihe entsprechende Änderungen vorzunehmen. Alle diese Änderungen müssen natürlich so schnell wie möglich durchgeführt werden, so daß nicht unnötige Verzögerungen eintreten. Bei gutem Willen ist vieles möglich, auch bei den Straßenplanern.

Als Trost für die durch den Bergdurchbruch besonders Benachteiligten wurde lediglich erklärt: „Wir werden der akustischen Abdämmung besondere Aufmerksamkeit widmen.“ Ein vielleicht gutgemeinter, aber doch wohl schlechter Trost für alle Benachteiligten. Bevor die Abstimmung am 17.10.77 erfolgte, hätte man an alle Ratsherren die Frage stellen sollen: „Haben Sie durch Inaugenscheinnahme an Ort und Stelle - jeder persönlich - die geplante Trassenführung durch den Berg und die Möglichkeit, sie um den Berg zu führen, geprüft?“ Man darf hier Zweifel hegen. Wenn alle Ratsmitglieder, die bisher für den Bergdurchbruch gestimmt haben, am Steinbült oder Landerweg wohnen würden, wäre die Abstimmung, so darf man vermuten, wohl nicht so erfolgt. Diese Vermutung sollte es allen Ratsmitgliedern – ehe es zu spät ist - leichtmachen, ihren Beschluß zu revidieren.

Bei so wichtigen Straßenplanungen ist es im Interesse aller Bürger unserer schönen Bergstadt, ob sie in der Nähe der neuen Straße oder als nachdenkliche Naturfreunde irgendwo in Oerlinghausen wohnen, erforderlich, nach der besten Lösung zu suchen, wobei man sich von Parteipolitik freimachen sollte.

 

Fritz Helbert

Oerlinghausen