Fritz Solle referierte über die letzten Tage des Krieges

 

Oerlinghausen. Auf sehr große Resonanz stieß der jüngste „Stammtisch“, den der Heimatkundliche Verein in Verbindung mit dem Naturwissenschaftlichen und Historischen Verein veranstaltete. Das Thema, die „letzten Kriegstage“ in der Bergstadt, hatte Fritz Solle gründlich vorbereitet, indem er mehr als drei Monate recherchiert hatte, um Unterlagen über jene Zeit zu bekommen.

In seinem Referat ging Solle auf fünf Tage im März und April 1945 ein, als Oerlinghausen von den amerikanischen Truppen besetzt wurde. Er schilderte den sinnlosen Widerstand der deutschen Soldaten, von denen 72 ihr Leben verloren, und stellte dar; wie die Alliierten von Lipperreihe her die Bergstadt einnahmen.

Hermann Gräfe, Vorsitzender der beiden Vereine, äußerte sich sehr erfreut über die gute Resonanz, die der Vortrag gefunden habe. Auch in Zukunft sollten die Bürger der Bergstadt angesprochen werden, vor allem die Jugendlichen, denn die Vereine müßten für ihre Existenz Mitglieder werben.

[Bild: Zuhörer bei der Veranstaltung (Text und Foto: Wiercks)]

 

„Es war einmal..." steht am Anfang vieler Märchen, doch was Fritz Solle beim jüngsten „Stammtisch" des Naturwissenschaftlichen und Historischen Vereins und des Heimatkundlichen Vereins vortrug, gehört sicherlich nicht in den Bereich von Märchen oder Mythen, Sagen oder Heldendichtung. Das Referat über die letzten Kriegstage in Oerlinghausen war vielmehr ein Versuch der konkreten Vergangenheitsaufarbeitung und -bewältigung, der bisher viel zu lange unterblieben ist.

Ein ehrgeiziger Versuch und ein gelungener Versuch. Denn die Zuhörer konnten sich nach den Ausführungen Solles ein wesentlich besseres Bild über die fünf Tage im März und April 1945 machen, als es ohne die detaillierten Hintergrundinformationen Solles möglich gewesen wäre. Die drei Monate aufwendigen Recherchierens hatten sich also mehr als gelohnt.

Und auch den beiden Vereinen ist durch einen solch gelungenen Vortrag sehr geholfen. Mitgliederprobleme hin oder her, ein lokaler Verein, der die Geschichte der Heimatstadt so detailliert und kritisch aufarbeitet, ist für die Bürgerschaft von unschätzbarem Wert. Das wußten die Oerlinghauser auch zu honorieren: Viele Jugendliche und Erwachsene waren zum „Stammtisch“ gekommen, um mehr über die Historie der Bergstadt zu erfahren. Der Heimatkundliche und der Naturwissenschaftliche und Historische Verein sollten mehr Veranstaltungen dieser Art anbieten.

fs