Hitzige Debatte im Schlamm der L 751 n

Rund 100 Bürger waren Aufruf des Nabu gefolgt

 

[Bild: Rund 100 Oerlinghauser waren dem Aufruf des Naturschutzbundes gefolgt und zur Ortsbesichtigung des Ausschusses für Natur, Umwelt und kommunale Entwicklungsverantwortung zur Trasse der Ortsumgehung gekommen. Bis zu den Knöcheln im Schlamm stehend, wurde heftig über Sinn und Unsinn der L 751 n diskutiert. Ebenso wie später in der ANUK-Sitzung im Rathaus (siehe gesonderten Bericht).           Foto: Lahr]

Oerlinghausen (SL). „Die Straße ist nicht mehr zu verhindern. Das steht", meinte Roland Tischbier vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu) und sachkundiger Bürger im Umweltausschuß. Damit desillusionierte er die rund 100 Bürger, die knöcheltief im Schlamm standen, um sich die Auswirkungen der Umgehungsstraße am Menkhauser Berg anzusehen.

Und mußte auch gleich Kritik einstecken: „Warum haben Sie die Leute nicht schon vorher mobilisiert?" Heftig wurde im Schatten des Brückenbauwerks mit den Naturschützern und den Mitgliedern des Ausschusses für Natur, Umwelt und kommunale Entwicklungsverantwortung (ANUK) diskutiert. Der Austausch von Argumenten setzte sich auch im Rathaus bei der anschließenden Sitzung fort.

An der Trasse waren offensichtlich die Gegner der L 751 n in der Überzahl. Angesichts der einschneidenden Eingriffe in die Natur, zeigten sich viele Bürger empört - und forderten einen Baustopp für die Ortsumgehung. „Lieber eine Million in den Sand setzen, als zehn Millionen jahrelang", meinte eine aufgebrachte Oerlinghauserin. „Die Umgehung bringt für die Anlieger der Holter Straße höchstens Lärm von zwei Seiten."

„Vielleicht sollten wir den Petitionsausschuß einschalten." Stadtdirektorin Ursula Herbort bestätigte dem Bürger, daß der Landtag die einzige Instanz ist, die die planfestgestellte Trasse noch stoppen könne, indem die Gelder für den Ausbau gestrichen würden.

Roland Tischbier, dessen Naturschutzbund per Flugblatt zur Demonstration gegen die „Killer-Trasse" aufgerufen hatte, versuchte realistisch zu bleiben. Für die Naturschützer gehe es vor allem darum, die Bürger für neue Großbaumaßnahmen zu sensibilisieren.

Zumindest haben sie durchgesetzt, daß entlang der Trasse das Leben der Amphibien und Lurche sechs Wochen lang untersucht wird. „Bei entsprechenden Ergebnissen ist das Landesstraßenbauamt gezwungen, Ersatzbiotope zu schaffen." Der Verlust von fünf Quadratkilometern freie Landschaft sei indes nicht zu ersetzen. „Viele werden hier nie wieder spazierengehen", so Tischbier.