Lied von Oerlinghausen
Melodie: Die Gedanken sind frei
Oerlinghausen, Oerlinghausen!
Stolzer Name voller Klang!
wie die Stürme droben sausen,
schallst du prächtig im Gesang,
An dem Tönsberg hoch und schön,
kann man weit dich leuchten sehn.
Oerlinghausen; sieht von oben,
Lemgo, Herford, BielefeId!
Über Land und Stadt erhoben,
Liegt tief unter dir die Welt.
Alle sehn zu dir von fern,
Oerlinghausen, heller Stern.
Oerlinghausen, auf der Höhe,
Wo die Mühlenflügel weh‘n,
Kannst du immer in der Nähe
Wolken, Mond und Sterne sehn,
Soviel Sonn- und Himmelslicht,
Schaut man auf der Erde nicht.
Oerlinghausen, schöne Frauen,
Jungfrau'n und berühmte Herrn,
kommen her, um dich zu schauen,
wohnten auch da oben gern,
Hünenkirche, Berg und Buchen,
Wald und Senne zu besuchen.
Oerlinghauser, Oerlinghauser,
Wandern kühn von Land zu Land,
Schauen Könige und Kaiser,
Sind in aller Welt bekannt,
Bringen Geld und Ruhm und Glück,
Oerlinghausen, dir zurück.
Oerlinghauser, weben, bleichen,
weiße zarte Leinewand,
Männer, Frauen, Arm und Reichen,
wohlbeliebt und wohlbekannt;
Wagen voll und Schiffe schwer,
Tragen sie zu Land und Meer.
Oerlinghausen wie so munter,
geht‘s in deinen Straßen zu!
Berg herauf und Berg hinunter,
Ist bei Tag und Nacht nicht Ruh,
Oerlinghauser bau‘n mit Macht
fort und fort an deiner Pracht.
Oerlinghausen, sei gepriesen!
Freu dich über deinen Ruhm!
Gärten, Höfe, Feld und Wiesen,
liegen schön um dich herum,
Quellen, Weiden, immer grün,
Wo die Herden täglich zieh'n.
Oerlinghausen, manch Jahrhundert,
Hast du oben schon gesehen;
Heldengräber sieht Verwundert,
man in deinen Tälern stehn,
Deine Kirche hell und weit,
Sah die Stauffenkaiser-Zeit.
Oerlinghausen, alle Zeiten,
Immer schön und immer neu!
Wie die Väter dein sich freuten,
Glück und Friede in dir sei!
Oerlinghausen, heute noch,
Lebe hoch und immer hoch!
Oerlinghausen, deinen Söhnen,
Teures angenehmes Wort!
Oerlinghausen, deine Schönen,
wollen nimmer von dir fort...
Nein, im Land und in der Welt,
Ist kein Ort, der so gefällt!
Oerlinghausen, Oerlinghausen,
Stolzer Name, voller Klang!
Wie die Stürme um dich sausen,
Schallet prächtig dein Gesang.
An dem Tönsberg hoch und schön,
Kann man weit dich leuchten seh’n.
Oerlinghausen, Deine Söhne,
Steh‘n im Schützenbataillon.
Und so soll es immer bleiben,
das ist alte Tradition.
Alt und Jung erfreut auf‘s Best,
Oerlinghauser Schützenfest.
Karl Stockmeyer, der Dichter des Liedes "Oerlinghausen, Oerlinghausen, stolzer Name, voller Klang" ist geboren am 2. Februar 1798 als Sohn des Pastors Ludwig St. zu Brake, gestorben am 28. Juli 1857 als Superintendent in Bega. Er besuchte das Gymnasium in Lemgo bis 1817, von 1817 bis 1820 die Universität in Tübingen, und wurde am 23. Januar 1821 Landeskandidat. Von 1821 - 1826 war er Pfarrgehilfe in Oerlinghausen bei Pastor Ernst Friedrich Ferdinand HiIdebrand. In dieser Zeit ist das Gedicht entstanden. Von 1826 - 1829 war er Pastor in Haustenbeck, wo er sich mit Elise Meister, Tochter des Pastors Meister aus Heiden, verheiratete. Von 1830 - 1856 war er Pastor in Meinberg, von 1856 bis zu seinen Tode 1857 Pastor in Bega.