Archäologisches Freilichtmuseum lädt ein zum Leben in der Steinzeit

Aktionsprogramm richtet sich vor allem an die jüngeren Schüler

 

Oerlinghausen. Wie haben die Menschen vor sechstausend oder gar vor 12.000 Jahren gelebt? Wie haben sie sich ernährt? Wie haben sie gewohnt? Diese Fragen müssen in den Schul- und Lehrbüchern oft unbeantwortet bleiben. Einige Antworten kann das neue Angebot des Archäologischen Freilichtmuseums auf diese Fragen geben: Leben in der Steinzeit

Dieses Aktions- und Lernprogramm wendet sich in erster Lime an Schüler der Klassen vier bis sieben aller Schultypen, aber natürlich auch an alle anderen interessierten Gruppen. Die Teilnehmer können nach einer kurzen theoretischen Einführung im Freilichtmuseum selbst hautnah einen kleinen Teil des Lebens steinzeitlicher Menschen nachvollziehen.

Zu Beginn vermittelt ein lebendiger Überblick ein Grundlagenwissen aus Methoden der Archäologie, menschliche Stammesgeschichte und Kulturgeschichte der Steinzeiten die Basis Lichtbilder, Modelle. Vorführungen und Originalfunde, die in die Hand genommen werden dürfen, sind hier als pädagogische Mittel eingesetzt.

Dann verwandelt sich die Theorie vor den Augen der Beteiligten anhand rekonstruierter Zelte, Laubhütten und Langhäuser in lebendiger Darstellung und leitet in den praktischen Programmteil über. Die Umwelt der Alt-, Mittel- und Jungsteinzeit ist durch Anpflanzung entsprechender Pflanzen nachgestaltet, die auch Eindrücke vom Vegetations- und Klimawandel dieser Epochen vermitteln. Alte Schaf- und Ziegenrassen, die im Museum gehalten werden, gehören neben dem Hund zu den ältesten Haustieren des Menschen. Dies und vieles andere, zum Beispiel auch technische Verfahrensweisen des steinzeitlichen Menschen, erfahren die Gruppen in einem Museumsquiz.

Endlich kann man auch einen Teil der Nahrungszubereitung selbst in steinzeitlicher Manier durchführen: das Backen von Fladenbrot auf erhitzten Steinen. Dafür ist zuerst natürlich das Mahlen von Emmer und Einkorn (jungsteinzeitliche Getreidesorten) auf sogenannten Quetschmühlen erforderlich. Der Teig muß dann von jedem Teilnehmer selbst mit Wasser angerichtet und geformt werden. Und nach dem Backen des Fladenbrotes in der Asche auf erhitzten Steinen folgt dann das Genießen des eigenen Produktes.

Eine solche Mischung von Theorie und Praxis vermittelt gerade für diesen didaktisch schwer zu fassenden Bereich sowohl für Kinder als auch für Erwachsene und Jugendliche neue Einsichten nicht nur in kulturgeschichtlichen Entwicklungen. Abläufe von Arbeitsprozessen, Notwendigkeit zur Zusammenarbeit und Arbeitsteilung, ernährungskundliche Aspekte und auch biologische Evolutionsprozesse werden erkennbar.

,,Leben in der Steinzeit“ ist Teil eines Gesamtprogramms des Archäologischen Freilichtmuseums Oerlinghausen, das in einer Mischung aus Theorie und Praxis Wissen aus ur- und frühgeschichtlichen Perioden bis weit in das Mittelalter hinein vermitteln wird Demnächst wird das noch weiter praktisch orientierte ,,Prähistorische Weben“ angeboten werden Weitere Informationen erteilt das Archäologische Freilichtmuseum, 4811 Oerlinghausen, Telefon (0 52 02) 22 20.