Gegen „Killer-Trasse" Flagge zeigen
Naturschutzbund ruft Bürger zum Protest auf - Ökologische Aktivitäten sollen lediglich ablenken
Oerlinghausen (SL). Die Bauarbeiten zur neuen Trasse der L 751 durch den Menkhauser Berg haben bekanntlich begonnen. Unter anderem wurden rund 2 Hektar gesunder Buchenwald gefällt. Offensichtlich hat dieser Kahlschlag in Verbindung mit den breiten Brückenbauwerken bei vielen Bürgern Fassungslosigkeit und ohnmächtige Wut hervorgerufen. Derzeit markantester Protest ist ein professionell gemachtes Schild an der Einmündung der Straße Unter dem Menkhauser Berge in die L 751 n mit der Aufschrift „1.000 Trauerbuchen 1 km“.
[Bild: Stiller Protest gegen den Kahlschlag auf der neuen Trasse der L 751. Ein professionelles Schild an der Einmündung Unter dem Menkhauser Berge. Foto: Lahr]
Aber auch der Naturschutzbund Deutschland (Nabu), Arbeitsgruppe Oerlinghausen, bläst nochmal zum Angriff, nachdem man 15 Jahre lang versucht hat, den Bau der L 751 n in freier Landschaft zu verhindern. Mit einer Flugblattaktion ruft der Nabu die Bürger zum Protest auf. Wer sich gegen die ,,Killer-Trasse" zur Wehr setzen will, soll sich am Donnerstag, 3. März, um 17 Uhr an der Schranke „Unter dem Menkhauser Berge" treffen. Dort versammelt sich nämlich der Ausschuß für Natur, Umwelt und kommunale Entwicklungsverantwortung zu einer Ortsbesichtigung.
In dem Flugblatt bezeichnet der Naturschutzbund die Trasse als die „Neue-SPD-Heimat". „Autos rein > in die Naherholungslandschaft > mit noch mehr Lärm > mit noch mehr Abgasen / Menschen raus > aus der intakten Erholungslandschaft > aus der natürlichen Ruhe > aus der vertrauten Heimat.“ Die „Killer-Trasse" zerstöre das Wochenendhausgebiet, sorge für Lärm und Abgase in den Bereichen Lipperreihe und Landerweg, mache den Stukenbrocker Weg zur Zubringer-Rennstrecke.
Angesichts der bevorstehenden Kommunalwahl will der Naturschutzbund die Bürger der Bergstadt und Naherholungssuchende nochmals für den „fatalen Eingriff in unsere natürliche Landschaft sensibilisieren". Die SPD in NRW propagiere das ökologische Programm NRW 2.000, die Minister Kniola und Matthiesen hätten versprochen, der Landschaftsversiegelung Einhalt zu gebieten, die Medien würden mit voranschreitenden Naturschutzgebietausweisungen gefüttert.
„Dies alles gilt für die SPD in Oerlinghausen nicht", erklärt Roland Tischbier für den Nabu. „Und da die Grünen dem SPD-Beischlaf frönen, gibt sich die politisch ökologische Elite in Oerlinghausen in Sachen L 751 n sehr bedeckt.“ Alle sogenannten ökologischen Leitlinien für den Hausbau, die Abfallentsorgungskonzepte, die 3. Welt-Initiativen dienten nur dazu, von „der größten Umweltzerstörung seit Gründung der Gemeinde abzulenken". Eingriffe in den Naturhaushalt wie z.B. der Kalksteinbruch, die Sandgrube Haßler/Hanning sowie die Siedlungstätigkeit könne die Natur aus ihrer schöpferischen Kraft und Anpassungsfähigkeit leidlich kompensieren. „Eine Asphalt-Trasse mit massiver Bodenverdichtung, hohen und breiten Dammaufschüttungen und den nunmehr endlosen Emissionen könne der Naturhaushalt nicht verkraften. „Der Netto-Effekt der L 751 n bedeutet neue und zusätzlich Lärm- und Emissionsbelastungen für Oerlinghauser Bürger mit nur zweifelhafter Minderung der Belastungen auf der alten L 751“, schreibt Roland Tischbier.