Unser Halbzeitergebnis – Ihr Urteil?

Auszug aus dem Oerlinghauser Anzeiger

 

Zur Halbzeit der Legislaturperiode sind wir der Meinung, schon viele Punkte unseres Wahlprogrammes von 1975 erledigt bzw. in Angriff genommen zu haben. Unter den jeweiligen Überschriften finden Sie unsere Forderungen vor der Wahl 1975 in Oerlinghausen heute. Sie können überprüfen, inwieweit diese verwirklicht wurden.

Rascher Bau der äußeren Umgehungsstraße

Dazu haben wir ausführlich in unserem Leitartikel Stellung genommen. Hier sei nur erwähnt, daß wir uns bereits im Wahlprogramm 75 für den jetzt durch Ratsbeschluß abgesiegelten Ausbau entschieden haben. Es tut uns leid, daß wir dabei den Naturschützern nicht entgegenkommen konnten. Ein geforderter Tunnelbau wäre sicherlich nicht über das Widfeld (550 m nach Aussagen des CDU-Ratsmitglieds Blume), sondern nur in der von uns verabschiedeten jetzigen Trassenführung durch den Menkhauser Berg denkbar. Wie Sie jedoch selbst von Herrn Schliesing vom Landesstraßenbauamt gehört haben, kommt ein Tunnelbau nicht in Frage, da die Kosten zu hoch wären, obwohl dieser Tunnel nur ca. 350 m lang sein würde. Mit der vorliegenden Lösung glauben wir, daß wir allen anderen Betroffenen sowie unseren Wählern gerecht geworden sind.

Freibadausbau zweite Phase

Zu 95 % werden die Arbeiten in diesem Jahr abgeschlossen. Der Rest beschränkt sich auf die Außenanlagen, die im Frühjahr nächsten Jahres in Angriff genommen werden. Unsere Badegäste werden im Jahr 1978 wesentlich bessere Einrichtungen vorfinden als in den letzten Jahren.

Ferienfreizeitprogramm

Wir hatten damals ein Ferienfreizeitprogramm gefordert, das jetzt bereits zweimal mit Erfolg durchgeführt wurde. Auch für das nächste Jahr ist die Freizeit finanziell wie personell abgesichert.

Schaffung eines Jugendzentrums

Dazu lesen Sie bitte den ausführlichen Bericht in dieser Ausgabe.

Bau des Kindergartens Lipperreihe

Der Baubeginn des Kindergartens in Lipperreihe hat sich — da eine Umplanung erforderlich wurde (von 3 nur 2 Gruppen) — verzögert. Die Baugenehmigung ist bereits erfolgt, so daß die Ausschreibung gestartet werden kann.

Sportplatz Lipperreihe

Der Bebauungsplan wurde bereits beschlossen. Die Grundstücksverhandlungen sind in eine entscheidende Phase getreten. Da die Landeszuschüsse für den Sportplatzbau bereits zur Verfügung stehen, hoffen wir, bald mit den entsprechenden Maßnahmen beginnen zu können.

Sauna in Helpup

Nach unserer Meinung sollte nun bald entschieden werden, ob der Ausbau der Sauna mit entsprechenden Massageräumen im Hallenbad sinnvoll und möglich ist. Wir bedauern, daß die Verwaltung den zuständigen Ausschuß an einer Besichtigung der Räume durch einen Saunaexperten nicht beteiligt hat, zumal durch uns diese Besichtigung angeregt wurde. Sicherlich ist zu überlegen, inwieweit Hallenbad und zu bauende Sauna attraktiv genug gestaltet werden können, damit beide Einrichtungen von den Bürgern optimal genutzt werden. Denn die jährlichen Zuschüsse für das Hallenbad sind doch beträchtlich.

Errichtung eines Alterswohnheimes

Es ist erfreulich, daß durch den Bau von Altenwohnungen „Auf dem Röden“ in Zusammenarbeit mit der AWO in dieser Hinsicht etwas geschehen ist. Da in der Müllerburg künftig keine Altenerholungen mehr durchgeführt werden (dafür ist jetzt Blomberg zuständig), sollen die freiwerdenden Räume als Pflegestation umgebaut werden. Auch die übrigen Räume werden zeitgemäß renoviert.

Fuß- und Radwege

Ein noch nicht erledigtes Problem ist der Ausbau eines Fuß-wege-Radfahrnetzes, obwohl inzwischen von Lipperreihe bis zur Südstadt eine Verbindung geschaffen worden ist. Ein ähnlicher Verbindungsweg zwischen Helpup und der Altstadt scheiterte bislang an Grundstücksverhandlungen. Vielleicht besteht später die Möglichkeit, eine Verbindung zwischen Südstadt und Altstadt (Fuß-Radweg) zu schaffen, wenn die Holter Straße, Robert-Koch-Straße erheblich entlastet ist.

Straßenbauprogramm

Für 1978 sind unter anderem Straßen und Kanäle in Lipperreihe (Wellbach, Am Schwarzen Teich, Bach-Schulstraße) und in der Altstadt (Hermannstraße, Ravensberger Straße, Schulbushaltestelle) vorgesehen. Es sollte überlegt werden, ob der Parkplatz vor dem Rathaus teilweise ausgebaut werden kann. Eine zweispurige Zufahrt von der Ravensberger Straße kann geschaffen werden. Grundstücksprobleme haben wir da nicht. Die Sperrung der Zufahrt von der Hauptstraße kann dann erfolgen. In diesem Zusammenhang muß erwähnt werden, daß wir uns auch weiter um Bürgernähe bemühen. Der Bebauungsplan in Lipperreihe, der Ausbau der Hermannstraße und die Änderung des Bebauungsplanes in Helpup sind Beispiele dafür.

Schutz der Senne zur Erholung unserer Bürger

In Zusammenarbeit mit den anderen Parteien und zahlreichen Verbänden konnte eine Erweiterung des Truppenübungsplatzes vermieden werden. Die Möglichkeiten der Stadt sind allerdings beschränkt, da Ansätze, die alten Verträge (Hartsteinwerk, Kalkabbau) kaum außer Kraft zu setzen sind.

Stadtkernsanierung unter Beteiligung der Bürger, Erprobung der Fußgängerzone

Die Bebauungspläne für den Stadtkern liegen vor. Mit der Offenlegung kommt die Sanierung der Innenstadt in eine entscheidende Phase. Es wurden an alle Haushalte Broschüren herausgegeben, so daß jeder Bürger anhand der Pläne die Möglichkeit hat, sich eine Meinung zu bilden, Anregungen und Bedenken zu äußern. Auf Antrag der SPD wurde in der letzten Ratssitzung der Stadtkernsanierungsausschuß von 7 auf 9 Vertreter erhöht, weil im jetzigen Stadium eine Vielzahl von Aufgaben auf diesen Ausschuß zukommt. Der Wichtigkeit dieses Ausschusses haben wir damit Rechnung getragen. Denn jede einzelne Anregung, jedes Bedenken muß geprüft werden. Die Arbeit im Ausschuß wird jetzt wohl nicht mehr durch Befangenheitsdiskussionen gestört, da G. Hoffmann aus dem Stadtkernsanierungsausschuß ausgeschieden ist. Der Ausschuß fordert aber auch konstruktive Mitarbeit der Bürger, auch derjenigen, die außerhalb des Sanierungsgebietes wohnen. In dieser Hinsicht hat es schon einige wichtige Anregungen und Bedenken gegeben. Wir denken hier zum Beispiel an den Leserbrief des Herrn Rolf Weber in der Neuen Westfälischen. Im Stadtkernsanierungsausschuß arbeiten folgende Mitglieder der SPD-Fraktion für Sie:

Ernst Becker, Am Iberg 49 - Otto Berghammer, Wehrenteich 8 - Bruno Harms, Goldstraße 49 - Hans Brinkmann, Am Widfeld 13 - Martin Weber, Auf der Brede 5

Im Jahr 1978 kommen enorme finanzielle Belastungen auf die Stadt zu

Die Verschuldung wird weiter zunehmen. Konjunkturell verhalten wir uns da sicher richtig. Der Bundesfinanzminister hat ja gerade in den letzten Wochen die Landesfinanzminister und Kämmerer aufgefordert, mehr Mut zum Schuldenmachen zu haben, wenn es um Investitionen geht. Natürlich darf eine Weiterverschuldung kein Dauerzustand werden.