Zum Tode von Karl Brinkmann
Veröffentlicht im „Volksblatt“ vom 24.03.1922
Oerlinghausen. Wir haben den Freund zur Ruhe gebracht! Am Tage des Frühlingsbeginns haben wir unseren Genossen Karl Brinkman zur letzten Ruhe gebettet. Ein rauher Ostwind begleitete uns auf dem schweren Wege. Rauh und kalt, wie das Wetter, so war auch daß Leben und der Daseinskampf dieses so allgemein beliebten und geschätzten Menschen. Aber trotz aller Nöte blieb er immer der hilfsbereite Mensch, der sein ganzes Können für das Wohl seiner Leidensgenossen einsetzte. Wohl an die vierzig Jahre hat er sich um die Arbeitersache bemüht und war auch über die kleinsten Erfolge hocherfreut. Seine Beliebtheit bewies wohl am besten das große Gefolge aus allen Kreisen der Bevölkerung und die zahlreichen Kranzspenden. Sowohl der Arbeiter-Turn- wie der Arbeiter-Gesangverein folgten ihrem Freund geschlossen. Letzterer ehrte seinen verstorbenen Sangesbruder durch den Vortrag einiger Trauerlieder am Grabe. Die Ortsgruppe der S. P. D. legte einen prachtvollen Kranz mit roter Schleife an der Gruft nieder. Bei allen Teilnehmern kam zum Ausdruck, daß man einen schmerzlichen Verlust erlitten habe. Nun hat der Volksfreund ausgekämpft und ruht in Frieden, umgeben von den Anhöhen des Tönsberges in seiner von ihm heißgeliebten Heimat. Uns Überlebenden sei es ein heiliges Vermächtnis, im Geiste des Verstorbenen weiterzukämpfen für die Sache des von ihm so sehr geliebten arbeitenden Volkes. Ein Sohn des Volkes wollte er sein und bleiben.