Das Original verbrannte 1941

Ältestes Bild von der Bergstadt Oerlinghausen - Vor 160 Jahren von Kantor Vos gezeichnet / Fotokopie

 

Dies ist das älteste Bild von der Bergstadt Oerlinghausen, und nur besonderen Umständen sei es zuzuschreiben, erklärte Rektor i. R. Diekmann dazu, daß es überhaupt noch existiere. Es handle sich um eine Fotokopie, die er vor Beginn des zweiten Weltkrieges nach einer kolorierten Bleistiftzeichnung des Kantors H. H. Vos, der in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Oerlinghausen lebte, angefertigt habe. Der Besitzer des Originals war der verstorbene Prokurist H. Hofbüker (Auf dem Berge), dessen Anwesen in der Osternacht 1945 bei der Beschießung getroffen wurde und in Flammen aufging. Dabei wurde auch die Originalzeichnung vernichtet, die vermutlich um 1800 oder noch früher entstanden sei.

Sie ist vom Menkhauser Berge, oberhalb des heutigen Schützenplatzes aus gemacht worden, und obwohl sie perspektivisch nicht in allen Teilen richtig ist, muß man dem Kantor Vos dankbar sein, daß er sie uns hinterließ. Damals war Oerlinghausen nur an der Südseite bewohnt. Alle Häuser konzentrierten sich um Kirche und Brachtshof. In dieser Form bestand die Kirche bis 1878. Damals erhielt sie ihren schlanken Turm. Neben ihr ist das damals neuerbaute Pfarrhaus. Das alte war abgerissen und am Landerweg Nr. 1 wieder aufgebaut worden.

Neben dem mit Höxterplatten gedeckten Dach auf dem Westabhang des Tönsberges lugt das Hofbükersche Haus hervor. Weiter links ist der unbebaute „Köttelbrink“, der Hudeplatz für die Ziegen. Vor dem Hofbükerschen Haus steht das Hilbrinksche, das 1945 abbrannte, und noch ein weiteres, das später abgebrochen wurde.

Vor der Kirche ist, von einer Mauer umschlossen, der alte Friedhof, rechts davon die „Alte Küsterschule", das jetzige Gemeindehaus. Vor der Küsterschule sehen wir das Wohnhaus des späteren Schulmeisters Hattenkerl (heute Soll), links davon das Haus an der „Gödderstraße", die dann steil hinunter zum Steinbült führt. Auch der Tönsberg, rechts von der Kirche, war damals schon besiedelt. „Aber wir können wohl sagen", meint Rektor Diekmann abschließend zu seiner Beschreibung, „daß sich in den 160 Jahren doch vieles verändert hat.“