Die Pastoren zu Oerlinghausen

Von W. Butterweck, Pastor in Schötmar

 

1. Bertold, Pleban zu Orlinchusen um 1230.

2. Alexander, Priester daselbst um 1279.

3. Hermann, Pfarrer daselbst um 1332.

4. Hartmann Stadenhausen, Pfarrer um 1440.

5. Lüdeke Kappelmann, um 1488 kam er als Kirchherr nach Oerlinghausen, zuvor war er Priester in Wilbasen.

6. Heinrich Eggeldorp (Eckendorf), um 1486, 1509 und 1514 genannt (s. Urkundenbuch der Stadt Sallzuflen). Im letzteren Jahre lieh er der Stadt Aflen 100 Goldgulden zum Ankauf des Amtes Seligenwörden.

7. Küken, um 1500, er wunde eines Tages mit dein Meier zu Barkhausen vor den Bischof nach Paderborn citiert, wo betr. Holzlieferung und Mast an die Pfarre folgender Vergleich zustande kam: „daß der Pastor seine zu seinem Troge gehenden Schweine zwei Tage in den Barkhauser Berg und den dritten Tag in den Berg des Meiers zu Menkhausen treiben dürfe, dafür alle Monate vor dem Altar St. Jürgen in der Kirche zu Oerlinghausen eine Messe lesen, ferner der Meier Zu Barkhausen ihm alle Jahre 2 Bäume zu seiner Feuerung und dafür der Pastor über den Stuhl in der Kirche bitten müße für alle, die aus dem Hoffe Zu Barkhausen verstorben sind." Auf den Inhalt dieses Vertrages berief sich 1685 der Meier Johann Arnold zu Barkhausen einer Klage des Pastors Plesmann gegenüber wegen -Verweigerung des Brennholzes und der Mast, indem er behauptete, statt der Messen für Barkhausen etc. habe der Pastor seit Einführung der Reformation die Kinder auf dem Hofe unentgeltlich zu trauen und die Toten unter Geläut mit Gesang zu ihrer Ruhestätte Zu geleiten. Wegen dieser Prästationen und Pflichten erhoben sich im 18. Jahrhundert eine Reihe von Prozessen zwischen der Pfarre und dem Sohne des oben genannten Meiers Johann Arnold, dem im Jahre 1770 verstorbenen Kanzleirate Johann Willibald Barkhausen, mit dessen ohne männliche Deszendenz verstorbenen Söhnen die Familie Barkhausen im Mannesstamm erloschen ist. Um 1840 verglich die Pfarre sich mit den Besitzern, von Barkhausen und Menkhausen, daß statt des freien Holzes von denselben eine jährliche Geldrente von 36 Talern 20 Spr., resp. 18 Talern 10 Mgr. gezählt wurde.

8. Anton Wehmeier, um 1528, wird er als Pastor zu Oerlinghausen genannt. Er starb 1567 als Dechant in Bielefeld. Er behielt offenbar den Genuß der Pfründe in Oerlinghausen und stellte dort für sich einen Mercenarius (Heuerpfaffen) an. Über seinen Zusammenstoß mit Hamelmann in Bielefeld vergl. Jahrbuch des Vereins für Evangel. Kirchengeschichte der Grafisch. Mark 1899 S. 12. Am 18. Okt. 1532 schrieb Kord Meier zu Barkhausen an Simon V. z. L.: Der Domküster Wolf von Haxthausen zu Paderborn habe ihn im vergangenen Jahre mit geistlicher Forderung laden lassen, weil er ihn „int Senth" gewrugt sei. Obgleich er nun damals mit seinem Pastor zu Oe. bei seiner En. in Detmold gewesen und sich darüber beklagt habe, weil die Wruge dem Pastor wegen der gedachten Kirche gehöre, und der Domküster in seinem Hofe zu Barkhausen keine Wruge habe, so sei er doch zweimal vom Domküster geladen und zwar einmal nach Ostlangen und dann nach Beerlebecke, doch sei beide Male der Domküster nicht erschienen. Er bitte den Grafen als seinen natürlichen Landesherrn sich seiner anzunehmen und beim Domküster sich zu verwenden, daß er der geistlichen Ansprache entledigt würde.

9. Bernd Karsten (Christiani), 1540-1549, er war Mercenarius des Dechanten Anton Wehmeier in Bielefeld, ordiniert war er zu Halberstadt. Der Visitator A. Corvin schreibt 1542 über ihn, daß das ganze Kirchspiel ihm das Zeugnis eines tüchtigen Mannes in bezug auf Gelehrsamkeit und Lebenswandel ausstelle. Als Mercenarius habe er kaum soviel, daß er für sich und seine Kinder den Hunger stillen könnte. Wenn ihm keine Hülfe in Aussicht gestellt würde, müsse er sich wo anders hinbegeben. Er war verheiratet. Als echter evangelischer Zeuge ließ er 1547 auf die neu erstandene Glocke die Buchstaben setzen: „V. D. M. Ae." d. h. Zu deutsch: Das Wort "Gottes bleibt in Ewigkeit“. Wahrscheinlich mußte er bei der Einführung des Interims seine Gemeinde verlassen.

10. Jobst Wetter, 1549-1550 (?), er zog dann nach Neuenkirchen bei Ritberg als Pastor, während sein Sohn Jobst Wetter als Vikar nach Oerlinghausen kann (vergl. Hamelmann-Löffler S. 421).

11. Jobst Wetter, 1550-1566, Mercenarius des Dechanten Wehmeier zu Bielefeld. Wetter wollte 1562 die Pfarre verlassen und sie dann einem andern übertragen. Wehmeier bat, dies nicht zu gestatten. Er scheint 1582 als Pastor in Neuenkirchen-Ritberg gestorben zu sein. Von 1566 an wurde jahrelang um den Besitz der Pfarre gestritten zwischen Lippe und Paderborn. Es war ein Kampf um das Bekenntnis, der erst bei der Einführung der ref. Lehre endgültig zu Gunsten Lippes entschieden worden ist.

12. Hermann Surenbruch, 1566, Mercenarius in Brackwede, wurde vorgeschlagen, aber abgelehnt.

13. Ludolf Koch, 1554-1568, Vice-curatus des Pastors Jobst Wetter zu Ritberg, der die Kirche vor 18 Jahren an sich gebracht hatte. Im Jahre 1566 ff. versuchte ein Kanzleischreiber Paderborns namens Anton Buchholz (Borgholz), die Pfarre zu gewinnen. „Einer, der sich Hermann Stratmann nennt", bewog Anton Buchholz zur Resignation und wurde dann von dem Domküster zu Paderborn mit der Pfarre belehnt, während Koch verdrängt werden sollte. Stratmann war katholisch, Koch ein evangelischer Christ. Die Oerlinghauser baten, ihnen doch Ihren treuen, fleißigen Lehrer zu lassen „sintemal unser Heil und Seligkeit hieran gelegen." Die lippischen Vormünder traten auf Ihre Seite, die lippischen Visitatoren wiesen in einem geharnischten Schreiben die Machnationen Paderborns zurück. Auch Pastor Jobst Wetter in Ritberg trat für Koch ein: „Die Paderborner wüßten nichts anderes gegen Koch, als daß er in die Ehe getreten. Buchholz habe doch auch eine rechte Frau, könne aber das Wort nicht so predigen wie Koch." Der Bischof von Paderborn dagegen stützte sich auf den Vergleich zu Schlangen und Lippspringe, berief sich auf den Augsburger Religionsfrieden und verlangte im Hinblick auf die Erbvereinigung zwischen Paderborn und Lippe die Einsetzung von Stratmann, der sich dem lipp. Examen unterworfen habe. Vielleicht ist Koch 1568 gestorben, vielleicht hat er dem Druck Paderborns weichen müssen. Um 1568 wird ein „Heuerpfaffe Sander" genannt, der die Kirche von einem Anton Bartold, Sekretär in Paderborn, hatte.

14. Hermann Stratmann, 1568-1604, mit ihm wurde die evangelische Gemeinde Oerlinghausen, die sich auch über Stukenbrok erstreckte, wo bis 1620 treue Anhänger des Evangeliums wohnten, wieder dem Katholizismus ausgeliefert! Im Jahre 1596 wurde er von dem lipp. Landesherrn mit 20 Talern bestraft, weil er ein Mandat Paderborns von der Kanzel bekannt gemacht hatte. Man begreift, wie Simon VI. wenige Jahre später so emsig die Einführung des reformierten Bekenntnisses betrieb. Stratmann ließ 1590 noch die Kapelle in Brechmen (Stukenbrok) auf Gemeindekosten ausbessern. 1587 erhielt der Landdrost von Oeynhausen von Detmold den Auftrag, mit Reisigen nach Oerlinghausen zu marschieren „da die auswärtigen Leute daselbst Neuerungen einzuführen gesonnen." Am 1587 wird seine Aussprache von den Visitatoren getadelt, „Pastor hat in der Katechismus-Predigt keine Auditores".

15. Konrad Schlingmann, 1665-1634, ein Schwiegersohn des Rektors Lazarus Schöner zu Detmold, ein entschiedener Anhänger des ref. Bekenntnisses. Im Jahre 1607 erbaute er in Oe. die erste Schule, 1612 mußte er berichten, daß die zweite Reformation noch unbeliebt sei in seiner Gemeinde. Der Küster in Oe. verkaufte 1614 die Bilder aus der Kirche nach Paderborn (Stukenbrok) „und gebe den Leuten Taufwasser, um Vieh und Menschen damit zu kurieren". Dem Domküster zu Paderborn hatte er sich zur Zahlung von jährlich 100 Talern verpflichtet, wenn die Bauerschaft Brechmen - Stukenbrok bei seiner Pfarre bliebe. Im Jahre 1619 wurde er vor dem Vemgerichte angeklagt, weil er den Meier zu Asemissen einen meineidigen Kerl und den alten Vogt Tofall einen Dieb gescholten hatte. Im Jahre 1626 wurde er gänzlich ausgeplündert, so dass das Konsistorium ihm einen Collektenbrief ausstellte. Sein Sohn Hermann bewarb sich 1636 um die Küsterstelle in Schlangen.

16. Johann Martheus, 1635-1694, gebürtig aus Alverdissen, war 4 Jahre Rektor in Schwalenberg, dann Subkonrektor in Detmold, seit 1628 zweiter Pastor in Horn, von wo er Ostern 1635 nach Oerlinghausen kam. „Wegen Unsicherheit konnte damals kein Superintendent dorthin zur Einführung kommen." Überbleibsel aus der katholischen Zeit wurden 1655 und 1668 (Altar!) aus der Kirche entfernt. Weil er „der Meier'schen zu Gochstert" in Stukenbrok das Abendmahl auf reformierte Weise gereicht hatte, verklagte ihn der Pastor zu Stukenbrok, der seinerseits wiederholt nach Barkhausen gekommen, um der Meier'schen Messe zu halten. Er bat im 30-jährigen Kriege „viel Hunger und Durst und von Räubern viel Schläge erlitten." Er starb am 30. Oktober 1684 bei seinem Schwiegersohn Vogelsang in Uflen und wurde „dem Herkommen nach" auf Kosten der Kirchenkasse beerdigt. In den letzten Jahren hatte er verschiedene Gehülfen:

a) Thomas Hase, 1671-1672, ein alter Mann, gebürtig aus Uflen, zuvor Prediger auf der Abtei zu Herford.

b) Johann Weingartner, 1672-1675, gebürtig aus Heiden, er kam 1675 als Pastor nach Horn II.

c) Johann Werner Plesmann, 1676-1684, der Nachfolger wurde.

17. Johann Werner Plesmann, 1684-1717, gebürtig aus Heiden, studierte 1667 zu Bremen und starb am 20. November 1749 an der Ruhr, die damals in der Gemeinde viele Opfer verlangte. Am 1703 wurde der Taufstein in die Sakristei (Gerkammer) versetzt. Bei dem französischen Einfall um 1679 hat die Gemeinde viel gelitten, 1699 im Juli entstand in Oerlinghausen eine gewaltige Feuersbrunst. Im Jahre 1683 befahl der brandenburgische Drost vom Busche in Bielefeld, dass sich die brandenburgischen Untertanen zur reformierten Kirche in Bielefeld hätten sollten, worüber Plesmann sich beschwerte. Am 1688 wurde für 435 Taler eine neue Orgel gestiftet. Seit 1716 war sein einziger Sohn Johann Georg sein Gehülfe, der 1720 folgte.

18. Johann Georg Plesmann, 1720-1743, er starb 1743 zu Detmold. Im Jahre 1728 ließen einige Bewohner in Oerlinghausen einen katholischen Priester zu sich kommen! Nach Plesmanns Tode sollte Jenin aus Heiligenkirchen nach Oerlinghausen. Die ganze Gemeinde verbat sich diesen.

19. August Franz Hildebrand, 1743-1764, gebürtig aus Detmold, stand bis 1743 als Pastor in Bentheim. Er starb nach einem bewegten Leben 1764 ohne leibliche Erben, weshalb die Vakanzeinkünfte der Witwenkasse zufielen. Von 1745-1758 hatte er lebhafte Auseinandersetzungen mit dem Kanzleirat Barkhausen wegen Taufgebühren, Opfer und dergl.. Dieser ging infolgedessen nach Uflen Zur Kirche und nahm das Abendmahl in der ref. Kirche zu Bielefeld, um 1758 kam endlich ein Vergleich zu Stande. Um 1750 wurde das alte Schulhaus am Kirchhofe abgerochen und das „Vos‘sche Haus" als Schule angekauft. Hilderbrand hat verschiedene Predigten unter dem Titel „Trauben von Eskol" veröffentlicht, (vergl. 4. Mos. 13, 24.) Von Ostern 1764 bis dahin 1765 verwaltete ein Kandidat Simon Luther Adolf Schregel aus Detmold die Pfarre als Vikar. Die Gemeinde wünschte ihn zum Pfarrer. Im Jahre 1766 wurde ihm jedoch die Kanzel verboten, weil er sich ohne Wissen der Behörde verheiratet hatte. Angeblich ist er später Hofprediger in Bielefeld geworden, (s. Pastoren zu Heiligenkirchen Nr. 17.)

20. Georg Konrad von Cölln, 1765-1789, geboren am 14. November 1715 zu Obernkirchen, studierte in Rinteln, seit 1734 zu Bremen, seit 1736 in Marburg, wurde 1741 Pastor zu Alverdissen, 1750 zu Heiden, 1765 zu Oerlinghausen, wo er 1789 gestorben ist. Als Gehülfen hatte er

a) seinen 2. Sohn Dietrich von 1779-1785 (+),

b) feinen 1. Sohn August v. Cölln, 1785-1789.

c) der Kandidat Joh. Justus Tasche vikariierte 1786 für den erkrankten Georg Konrad v. Cölln (s. Meinberg).

Der unter a) genannte Dietrich v. Cölln führte 1780 die sog. Schulfeste in Oerlinghausen ein und bewies dadurch seine Liebe zu der Schuljugend (vergl. Weerth, die Elementarschulen in Lippe). Im Jahre 1773 schasste Georg Konrad von Cölln in Oerlinghausen den 3. Feiertag ab, im gleichen Jahre erbaute er ein neues Küsterhaus, 1774 errichtete er für sich ein eigenes Haus auf Wehmegrund, die Pfarre wurde vermietet. Am 1782 befaßen die lipp. Untertanen 564, die preußischen 241 Stühle in der Kirche. Am 1765 wünschten die Senner eine eigene Schule!

21. Ludwig Friedrich August von Cölln, 1789-1797, Sohn des unter Nr. 20 genannten, geboren am 27. 7. 1753 zu Heiden. Er wurde 1797 Generalsuperintendent. Am 1790 kaufte Steneberg in Stukenbrok 4 Stände in der Kirche. Seit 1792 war Christian Friedrich Melm, später dritter Pastor in Detmold, sein Gehülfe, (s. Mitteilungen aus der lipp. Gesch. Bd. 5 S. 62 ff.)

22. Karl Ernst Neubourg, 1797-1811, zuvor Pastor in Brake. Er nahm nach manchen Verdrießlichkeiten 1811 seinen Abschied, wurde Rektor in Bielefeld und später Pastor und Superintendent in Bentheim.

23. Ernst Friedrich Ferdinand Hildebrand, 1811 bis 1835, zuvor Pastor in Heiligenkirchen. Er starb am 15. Juli 1835. Sein Sohn gründete das jetzt noch in Oerlinghausen bestehende Kaufmannsgeschäft (Asemissen), (s. Mitteilg. aus Der lipp. Gesch. II. S. 170). Pastor Hildebrand war verheiratet mit Henriette Kracht aus Lemgo, die ihm 7 Kinder schenkte.

24. August Ernst Volkhausen, 1836-1851, zuvor in Horn I. Er starb zu Oerlinghausen am 8. August 1851 im 70. Lebensjahre. Er war Rationalist und als solcher ein Führer im Kampfe gegen die Leiter der Erweckungsbewegung, übrigens ein begabter und schriftgewandter Mann. Um 1846 ff. veröffentlichte er verschiedene Predigten unter dem Titel „Predigten eines Emanzipierten". 3 Bände, (s. die Zeitung „Die Wage" 1851 Nr. 65). Der 1846 in Oerlinghausen gegründeten „Sonntagsschule" (Fortbildungsschule) und der dort gleichzeitig ins Leben gerufenen Volksbibliothek brachte Volkhaufen großes Interesse entgegen.

25. Wilhelm Weerth, 1852-1884, zuvor zweiter Pastor in Blomberg. Er wurde nach Oerlinghausen 1851 gewählt und starb dort am 14. August 1884. Pastor Grupe aus Heiligenkirchen hielt ihm die Leichenrede über Offenbarung St. Joh. 2, 10. Er war seit 1876 Superintendent der Klasse Detmold und seit 1878 stellvertretender Vorsitzender der ersten Landessynode, deren Verhandlungen er wegen Erkrankung des Präsidenten Sup. Krücke größtenteils leitete. Um die Ausschmückung der Kirche machte er sich verdient, 1866 erhielt diese eine neue Bestuhlung, Anfang der 70er Jahre einen Turm. In seinem Amte unterstützten ihn schöne Gaben: ein kräftiges Organ, klarer Verstand und Menschenkenntnis. Seiner theologischen Bildung und Überzeugung nach war er Nationalist, trat aber als friedliebender Mann nie der Orthodoxie entgegen. Er gehörte lange Zeit dem Vorstande des lipp. Gustav Adolf Vereins an. Seinem Vater, dem Generalsup. Weerth, sah er von allen Geschwistern am ähnlichsten. Seit dem 9. Mai 1848 war er vermählt zu Detmold mit Charlotte Helene Auguste geb. Reinold aus Blomberg, die am 16. April 1903 gestorben ist.

26. Eduard Reber, 1885-1906, geboren zu Bremen am 25. 6. 1847, studierte in Tübingen und Kiel, bestand seine erste Prüfung am 25. Okt. 1873 in seiner Vaterstadt, wo er am 15. März 1874 ordiniert worden ist. Er war Gehülfe des Pastors Achelis in Oberneuland vom 1. 12. 1873 bis dahin 1876, Rektor und Frühprediger in Salzuflen vom 15. Dez. 1876 bis 30. Juni 1877, zweiter Pastor in Lage vom 1. Juli 1877-1878, dann erster Pastor daselbst bis 1885. Er starb in Oerlinghausen am 23. November 1906 am Gehirnschlag. Er war vermählt seit dem 25. 7. 1878 mit Emma geb. v. Stietencron. Während seiner Amtszeit zweigte sich ein Teil der Gemeinde ab und gründete die Kirchengemeinde Helpup. Reber hatte in den letzten Jahren beständig einen Hülfsprediger:

1. Aug. Lobmeier (s. Schlangen) 15. Mai 1891 bis 5. März 1893

2. Friedrich Schelpf, 1. Aug. 1893 bis 10. Nov. 1894, (s. Langenholzhausen).

3. Karl Kuhlmann, 11. Nov. 1894 bis 31. Juli 1896, (siehe Brake).

4. Johannes Franzmeier, 1. Aug. 1896 bis 15. Jan. 1900 (s. Bega).

5. Heinrich Ibeling aus Ostfriesland, Sommer 1900, (ging nach Hameln).

6. W. Butterweck, 15. Dez. 1900 bis 8. Aug. 1904, (siehe Blomberg II.)

7. Paul Ruperti, 5. März 1907 bis 26. November 1907, (s. Wöbbel).

27. Wilhelm Tölle, vom 27. Nov. 1907-, zuvor Pastor in Wöbbel. Seit 1925 ist er Superintendent der Klasse Schötmar. Seine Gattin, Helene geb. Siekmann aus Lage, geboren am 14. 7. 1877, getraut am 29. 9. 1899, starb am 27. 11. 1922. Vom 2. 12. 1919 bis 1. 10. 1920 war Kasimir Ewerbeck Hülfsprediger der Gemeinde, der dann als Pastor nach Almena berufen wurde. Seit Februar 1927 predigt dort alle 14 Tage der emeritierte Sup. Doht, wohnhaft in Salzuflen.